Albanien – Kleine Länderkunde mit Wörterbuch

In nur sechs Tagen Albanien wurden wir von vielen Dingen überrascht, die wir unbedingt teilen möchten. 

30 wissenswerte und kuriose Dinge über Albanien

  1. Viele Albaner sind neugierige Menschen, die gerne gucken kommen und die Nachbarn dazu holen.
  2. Die Einheimischen reden auf Albanisch auf dich ein. Wenn du nichts verstehst, einfach lachen und mit Händen und Füßen verständigen!
  3. Viele Albaner können Italienisch, denn im Fernsehen laufen viele Sendungen und Serien, die nicht synchronisiert werden. Englisch sprechen nur die Jüngeren oder Leute die im Tourismus arbeiten.
  4. Steht man mit seinem Camper irgendwo, lockt man immer Leute an. Auch wenn niemand Englisch spricht, freuen sie sich sehr, wenn man ihnen den Camper zeigt:
    – Am Shkoder See hatten wir wild gecampt. Am nächsten Morgen kamen zwei Grenzpolizisten zur Kontrolle an den Bootssteg. Nachdem sie dort eine Weile abgehangen hatten, spazierten sie zu uns herüber und starrten eine Weile die Küche an (Eini war gerade am Spülen). Englisch konnten beide nicht, daher war es schwierig ein Gespräch in Gang zu bekommen und sie haben uns dann wieder allein gelassen. Sie haben aber nach Einis Beruf gefragt „profesión?“
    – Als Eini an einer Tankstelle die Gasflasche auffüllen ließ, musste er eine Bustour geben. Einer der Anwesenden konnte Englisch und hat für alle Zuschauer übersetzt.
  5. Albanien teilt sich drei Seen mit Nachbarländern: Shkoder (mit Montenegro), Ohrid (mit Mazedonien) und Prespa (mit Mazedonien und Griechenland).
  6. Die Koran-Forelle im Ohridsee (UNESCO Welterbe) ist vom Aussterben bedroht. Auf der mazedonischen Seite steht sie daher unter Naturschutz. Auf der Albanischen nicht. In Restaurants sollte man als Tourist daher auf sie verzichten.
  7. Das Land ist eine einzige Mülldeponie. Müll ist allgegenwärtig. Er liegt überall herum, wo Menschen sind und wird auch am Straßenrand verbrannt.

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    Müll ist in Albanien leider allgegenwärtig.
  8. Es gibt unendlich viele Tankstellen!
  9. An Tankstellen sitzen immer ein bis zwei Männer auf Stühlen herum und warten auf Kundschaft.
  10. Diesel gibt es in zwei verschiedenen Qualitäten.
  11. Man braucht einen Euroadapter für die deutsche Gasflasche.
  12. Wegen seiner paranoiden Furcht vor Angreifern ließ der Diktator Hoxha im Land etwa 750000 Bunker errichten. Und die stehen jetzt alle in der Landschaft herum und werden oft zweckentfremdet.

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    Die Bunker in Albanien.
  13. Während des Hoxha Regimes gab es keine Privatautos. Inzwischen gibt es hier die meisten Mercedes weltweit. Hat auch damit zu tun, dass nur die elf Mitglieder des albanischen Politbüros und Hoxha selbst Mercedes fahren durften.
  14. Verkehrsregeln werden hier völlig neu interpretiert. Sei immer auf alles gefasst.
  15. In Ortschaften gilt 40 km/h, außerorts oft 60 km/h, auf zweispurigen Straßen 90 km/h. Interessiert aber niemanden.
  16. Es gibt sehr viele Polizeikontrollen auf den Straßen. Kommt dir jemand entgegen und gibt Lichthupe, warnt er dich vor einer Kontrolle. Ab jetzt unbedingt an die Geschwindigkeitsbegrenzung halten. Fährst du zu langsam kann es aber vorkommen, dass der Polizist dich schmunzelnd vorbewinkt.
  17. Die Albaner überholen immer und überall: Bei durchgezogener Linie, bei Überholverbot, in Ortschaften und bei Gegenverkehr!
  18. Es wird ständig mitten auf der Straße angehalten, um jemanden ein- oder aussteigen zu lassen. Egal, ob auf der zweispurigen Autobahn oder auf der Schotterpiste.
  19. Am Straßenrand warten immer Leute auf „ihr Taxi“.
  20. Auf der Straße passiert das Leben: hier läuft man von Ort zu Ort, weil es keinen Fußweg gibt, hier wird der Eselskarren nach Hause gefahren, auf zweispurigen „Autobahnen“ haben wir am Fahrbahnrand einen Obst- und Gemüseverkäufer sitzen sehen, der seine Ware auf der Leitplanke ausgebreitet hatte und einen Kiosk direkt hinter der Leitplanke. Eine Ausfahrt dorthin gab es aber nicht.
  21. Albanien ist ein Land der Gegensätze.
  22. Es gibt neue gut ausgebaute Straßen, aber vor allem viele ältere mit Schlaglöchern, weggebrochenem Belag und allerlei Hindernissen, von Schweinen und Kühen bis hin zu Strompfosten, die man umfahren muss. Man muss damit rechnen, dass einem jemand entgegenkommt, der in der Mitte der Straße fährt, weil er beispielsweise auf seiner Seite einem Schlagloch ausweicht.
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    Albanische Straßenverhältnisse.
  23. Es gibt riesige Einkaufszentren mit teuren Läden – wir waren in einem davon, dort war nichts los, wären die vielen Verkäufer nicht gewesen, hätten wir uns wie in einer großen Geisterstadt gefühlt –  und zahlreiche „Tante-Emma-Läden“.
  24. In ländlichen Regionen dürfe die Nutztiere frei herum laufen. Man ist immer von einer Schafherde, ein paar Kühen, einem Schweinerudel und Hühnern umgeben.

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    Schweine gehören in Albanien, insbesondere in der ländlicheren Region, zum Straßenbild.
  25. Lokales Bier: Tirana
  26. Die Hauptstadt Tirana erinnert an Ost-Berlin und ist überraschend sauber.
  27. Der Dajti-Ekspres ist die erste Seilbahn Albaniens und bringt einen in etwa 15 Minuten auf den gleichnamigen Hausberg Tiranas. Die Gondeln stammen von der österreichischen Firma Doppelmayr.

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    Der Dajti Ekspres in Tirana.
  28. In Tirana gibt es „Rossmann und Lala“, außerdem gibt es mancherorts einen „Spar“ oder „Conad“.
  29. Auf den Straßen und in Kaffeebars sieht man hauptsächlich Männer.
  30. Es gibt sehr viele Straßenhunde und Katzen. Uns sind nur liebe begegnet, die herumlagen, scheu weggerannt sind oder im Müll nach Essen gesucht haben. Eine komplette Katzenfamilie haben wir unterm Auto mit in Kokosmilch eingeweichtem Toast versorgt. Das katzenverträglichste Essen, was wir ihnen anbieten konnten …

 

Diese Wörter haben uns durchs Land gebracht:

Danke: faleminderit

Gut: Shu mir

Gasflasche: bomba

Deutschland: Germania

Englisch: Anglisht

Guten Morgen: Mirëmëngjesi

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