Mountainbiken in Kappadokien

Mountainbiken in Kappadokien! Welcher Biker hat davon nicht schon irgendwann einmal Bilder in einer Zeitschrift oder im Internet gesehen? Wir hatten hohe Erwartungen an die Trails. Und für uns ging auch ein kleiner Traum in Erfüllung.

Am Anfang war die Recherche. Wie zu vielen Orten, findet man auch zu Kappadokien zahlreiche Informationen, dass man in der Gegend biken kann. Welche Touren sich lohnen und ob es DEN Trail gibt, den man einfach gefahren sein muss, konnten wir jedoch nicht herausfinden. Einige Agenturen bieten dort zwar Touren an, halten sich aber mit genauen Beschreibungen zurück. Also hieß es mal wieder GPS–Karten analysieren und noch mehr Internetseiten durchstöbern. Wir zogen auch die Trailfork–App zu Rate, in der in dieser Region immerhin ein Trail eingezeichnet war.

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Biken in Kappadokien Teil 1: Göreme und Uchisar

Am ersten Biketag haben wir uns an einer kleinen Runde orientiert, die wir im Internet gefunden hatten. Und wir erweiterten sie mit dem „Merhab“–Trail von Trailforks. Nachdem wir uns auf einem breiten Sandweg warmgefahren hatten, ging es über holpriges Kopfsteinpflaster auf einer befahrenen Straße bergauf. Nach knapp 250 Höhenmetern war der Anstieg dann aber schon geschafft. Es folgte eine kurze Abfahrt über eine breite Sandpiste. Die war technisch zwar nicht so interessant, aber rechts und links von einem Canyon gesäumt.

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Lockeres Einrollen bei der ersten Abfahrt.

Wir begannen uns dennoch zu fragen, ob die breite Piste die komplette Abfahrt sein würde. Doch nach kürzester Zeit wurde aus dem Weg ein Trail. Dieser führte, immer flacher werdend und dabei meistens flowig, zurück nach Göreme. Auf dem Weg mussten wir auch Tunnel zwischen den Sandbergen durchqueren.

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Wasser und Zeit hinterlassen ihre Spuren.

Noch begeistert von der ersten Abfahrt gingen wir die Auffahrt nach Uchisar an. Sie führte wieder über Asphalt, allerdings mit mehr Verkehr auf der Straße. Wir traten gemächlich den Berg hoch bis wir einen Aussichtspunkt erreichten. Nachdem wir von dort weiterfahren wollten, war Isis Hinterreifen platt. Im Reifen steckte ein Dorn. Während wir an der Straße den Reifen flickten, entwich unbemerkt die Luft aus meinem Hinterreifen. Als wir gerade alles eingepackt hatten, entdeckten wir den Platten. Also alles wieder ausgepackt und ein zweites Mal geflickt. Endlich konnten wir weiter. Doch nach ein paar hundert Metern war für Isi wieder Schluss. Der Hinterreifen war schon wieder platt. Zum Glück blieb es bei den drei Platten. Als wir in Uchisar angekommen waren, dämmerte es schon. Wir suchten den Traileinstieg und folgten zunächst einer Sandpiste bis zu einem Restaurant.

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Traileinstieg bei Uchisar.

An dessen Seite führte eine steile Treppe auf einen Trail direkt in einen Canyon hinunter. Gerade als wir auf die Treppe zufuhren, gesellte sich ein kleiner bellender Hund zu uns und hing sich an unsere Hinterreifen. Der kleine Geselle war uns nicht so ganz geheuer und wir sahen zu, dass wir schleunigst die Treppe hinter uns brachten. Die Abfahrt war leider wieder einmal zu kurz und es wurde recht schnell flach. So konnten wir gemütlich nach Göreme ausrollen.

Biken in Kappadokien Teil 2: Auf dem Hochplateau des Akdağ

Am zweiten Tag hatten wir unsere Tour über die Karte komplett selbst zusammen gebastelt. Wir konnten uns gemütlich auf der Sandpiste einrollen und waren dann auf die Asphaltstraße abgebogen. Doch nach einem kleinen Stück hatte Isi am Straßenrand wieder Kontakt mit den Dornen aufgenommen und einen platten Reifen. Wir hatten gerade das Paşabağı Tal („the Pasha’s Vineyard“) erreicht. Mit Blick auf die Feenkamine konnte Isi schließlich ihren Reifen aufpumpen.

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Übung macht den Meister.

Auf den gelbbraunen Tuffsteinen sitzt obendrauf ein dunkelbrauner Stein. Über die Jahrtausende wurden die Feenkamine von Wind und Errosionen geformt.

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Die Feenkamine.

Nachdem wir weiter der Straße gefolgt waren, landeten wir vor dem Freilichtmuseum von Zelve in einer Sackgasse. Nach unserer Karte sollte hier ein Wanderweg auf das Hochplateau des Akdağ führen. Davon war nichts zu sehen und ohne GPS hätten wir den Anfang des Weges sicher nie gefunden. Der Wanderweg war offensichtlich nicht begangen und kaum zu erkennen. Also hieß es Bikes schultern und 200 Höhenmeter hinauftragen.

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Aufstieg auf das Hochplateau.

Oben angekommen wurde es dann bis zum Gipfel, der tatsächlich nicht wirklich vom Rest des Plateaus zu unterscheiden war, wieder gut fahrbar.

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Immer noch nicht oben.

Nach der höchsten Erhebung führte ein schöner Singletrail an der Hangkante immer leicht bergab. Da wir noch Energie übrig hatten, fuhren wir noch einen zusätzlichen Trail vom Plateau hinunter, nur um dann das Ganze wieder hoch zu schieben. Doch es hatte sich absolut gelohnt. Das kurze Stück war technisch genau unser Ding.

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Das Hochplateau des Akdağ.

Als wir wieder am Ausgangspunkt angekommen waren, führte der Singletrail weiter die Hochebene entlang. Über einen Trail ging es dann hinunter Richtung Startpunkt der Auffahrt. Dort angekommen waren wir müde und hungrig. Da kamen die kleinen Restaurants im  Paşabağı Tal gerade recht. Wir gönnten uns gefüllte Pfannkuchen und fuhren den Weg vom Morgen wieder retour.

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Verdientes Essen nach der Runde.

Biken in Kappadokien Teil 3: Abfahrt ins Rose Valley

Am dritten Tag wählten wir wieder die Auffahrt auf dem steilen Kopfsteinpflaster vom ersten Tag. Oben angekommen fuhren wir aber nicht gleich wieder ab, sondern querten noch zu einem Aussichtspunkt über dem Red Valley.

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Jede Menge Sprünge….

Von dort aus ging es dann einen Canyon nördlich des Rose Valleys bergab. In der ausgewaschenen Rille rollten wir den Trail zwischen den Wänden der Schlucht herunter.

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… Absätze …

Hier hatten wir einfach zu viel flow und Fahrspaß, um für Bilder anzuhalten! Es folgten natürliche Sprünge, Anlieger und Wallrides. Der Trail war insgesamt super flowig.

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… und Wallrides auf dem Weg.

Leider war die Abfahrt wieder viel zu schnell zu Ende. So beschlossen wir noch einmal nach Uchisar hoch zu fahren und die Abfahrt vom ersten Tag zu wiederholen. Der letzte Biketag in Kappadokien und der erste ohne Platten!

Tourenbilanz: 62 Kilometer und 1720 Höhenmeter in drei Tagen. Und dabei immer feinste Trails unter den Reifen. Kappadokien bietet Fahrspaß ohne Ende. Wir hätten wahrscheinlich noch tagelang über die sandigen Trails rollen können, ohne das uns langweilig geworden wäre.
Tourentage: 30.09 bis 2.10.2017

Ein Kommentar zu „Mountainbiken in Kappadokien

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