Tbilisi (Tiflis) Teil 1

In und rund um Tbilisi (dt. Tiflis) haben wir einige Tage verbracht. Ein Auszug davon in zwei Teilen. 

Tbilisi erreichen wir am späten Nachmittag. Eini und ich suchen erstmal wieder nach einer AGM Batterie. Leider erfolglos. Als die Läden schließen, fahren wir durch den Feierabendverkehr zum Lisi See, der über der Stadt gelegen ist. Hier treffen wir auf Lea, Paul und Luk. Auf dem freien Gelände hinter dem See suchen wir gemeinsam einen Platz für die Nacht. Inzwischen ist es schon dunkel geworden. Abseits der Sandpiste erkennen wir jedoch kaum  noch etwas und folgen ihr immer weiter, bis es auf einmal bergauf geht und die Schlaglöcher immer mehr und immer größer werden. Wir halten an und wollen rückwärts wieder herunter rollen. Die anderen fahren hinter uns und wollen eine eben aussehende Stelle zum Wenden nutzen. Leider entpuppt sich die als weniger eben als gedacht. Paul steckt fest. Eini springt aus dem Bus und baut den anderen mit Steinen eine Brücke. Stück für Stück befreien sie den Bus so aus der misslichen Lage. Wir sind froh endlich aus der Situation herausgekommen zu sein und entscheiden, trotz des starken Windes mitten auf dem freien Gelände stehen zu bleiben.

Tbilisi (Tiflis) bei schönem Wetter

Die nächsten zwei Tage verbringen Eini und ich auf einem Parkplatz auf der anderen Seite des Sees. Dort treiben wir unsere Recherche voran, wie ich mit einem zweiten Anlauf vielleicht doch noch ein Iran Visum bekommen könnte. Und wir nutzen das schöne Wetter für Sport am See.

Fitnessgeräte am Turtle Lake, Tbilisi, Tiflis
Fitnessgeräte am Turtle Lake.

Im Internet entdecke ich ein deutsches Restaurant in der Stadt, dass gerade „Schwäbische Wochen“ hat. Dem Schwaben an meiner Seite musste ich das natürlich mitteilen. Und so gehen wir zusammen mit Lea, Paul und Luk Maultaschen, Spätzle, Flädelesuppe, Schupfnudeln, Rösti und Schweinemedaillons essen. Es schmeckt dann auch alles sehr lecker. Aber die Maultauschen von der Oma sind doch immer noch die Besten!

Am dritten Tag starten Eini und ich nach einem leckeren Falafel-Frühstück – im sehr zu empfehlenden veganen Kiwi Café -in eine große Sightseeing Runde in Tbilisi. Besonders gefällt uns die kleine Altstadt. Mit der Gondel fahren wir auch noch auf den Berg und laufen von dort in den botanischen Garten. Leider fängt mein linker Fuß plötzlich an zu schmerzen. Vermutlich habe ich ihn am Vortag beim Joggen um den See, mit neuen Einlagen und leider ausschließlich auf Asphalt, überstrapaziert. Humpelnd und unter Schmerzen lege ich die vielen Kilometer durch den botanischen Garten und wieder hinunter in die Stadt zurück. Mr. Turtle steht in der Nähe des Kiwi Cafés, so dass wir dort auch noch zu Abend essen. Wir verbringen die Nacht am Kus Tba (Schildkröten-See), der quasi gegenüber vom Lisi See auch oberhalb der Stadt liegt.

Bilder anklicken, um sie groß zu machen!

Den letzten sonnig angekündigten Tag wollen wir für eine Mountainbike-Tour nutzen, die auch am Schildkröten See vorbeiführt. Am Morgen fahren wir trotzdem erstmal wieder den Berg herunter und parken am Vera Park. Nach einem kurzen Test stellte ich fest, dass Laufen zwar nicht schmerzfrei funktioniert, Fahrrad fahren aber sehr wohl. (Da konnte ich noch nicht wissen, dass die Tour leider auch laufen beinhalten würde, aber darüber könnt ihr bald im Outdoor-Tagebuch lesen). Als wir am Abend die Bikes eingeladen haben, fahren wir kurzerhand wieder zum Parkplatz am See hinauf.
Zur Mountainbike Tour im Outdoor-Tagebuch.

Tbilisi Tiflis Turtle Lake Overlander
Zeit für eine Dusche.

Tbilisi bei Regen

Bevor der angekündigte Regen fällt, fahren wir noch aus der Stadt heraus und verbringen eine Nacht am Tbilisi Lake. Der Weg dort hinunter fordert in Mr. Turtle mal wieder seine Offroad-Seite. Nachdem ich die steile und unebene Sandpiste hinunter gefahren bin, schaut Eini sie sich noch einmal genauer an. Auch er ist unsicher, ob wir dort auch wieder hochkommen werden. Am nächsten Morgen ist es glücklicherweise noch trocken. Ein Angler mit Geländewagen gibt Eini den Tipp, sofort wegzufahren, sobald es zu Regnen anfängt. Sicherheitshalber packen wir nach dem Frühstück gleich zusammen. Mit viel Geschaukel und mäßiger Traktion kämpfen wir uns den Berg wieder hoch. Und kaum sind wir wieder oben an der Straße, fängt es auch schon an zu regnen. Glück gehabt.

Das Monument „Chronicle of Georgia“ erreichen wir im strömenden Rege. Es ist eiskalt und unsere Schuhe sind sofort durchnässt, als wir dort hinauf laufen. Wir fahren schnell weiter zu einem Einkaufszentrum mit Baumarkt. Unter anderem wollen wir uns dort ein kleines Holzstück zurechtschneiden lassen. Leider kann man das nicht so einfach wie in einem deutschen Baumarkt. Wir müssen eine große Holzplatte kaufen und diese dann ausschneiden lassen. Da wir vorher nicht darüber nachgedacht haben, ob wir noch etwas anderes brauchen könnten, bleibt ein riesengroßes Holzstück zurück. Der Mitarbeiter der Zuschnittsabteilung ist sichtlich verwirrt, als wir abwinken und das riesige Teil nicht mitnehmen wollten. Als wir endlich aus dem Baumarkt kommen, dunkelt es schon wieder.

The Chronicle of Georgia in Tbilisi.
The Chronicle of Georgia in Tbilisi.

Wie die Schlafplatzsuche nicht ablaufen sollte

Nachdem wir erfolglos in der Nähe einen Schlafplatz gesucht haben, fahren wir weiter aufs Land. Eini hat im GPS Gerät einen Wasserfleck entdeckt. Als wir von der Hauptstraße auf eine Schlammpiste abbiegen, dauert es sicherlich noch drei Kilometer, bis wir diesen erreichen. Dann taucht rechts von uns Schilf auf. Der lehmige Boden unter den Reifen ist plötzlich glatt wie Schmierseife. Als ich entdecke, dass das Schilf neben uns lichter wird und wir eigentlich nur zwei Meter vom Ufer entfernt sind, taucht auch links ein kleiner See auf. Das Ufer genauso nahe. Der Boden immer noch rutschig. Für etwa hundert Meter sind wir beide sehr angespannt und versuchen nur nach vorne zu schauen. Wenn wir hier halten, kommen wir nie wieder weg. Als der Damm endlich hinter uns liegt, fahren wir an einem Wohnhaus vorbei und schrecken dort die Hunde auf. Einige hundert Meter weiter beschließen wir stehen zu bleiben und uns erst am nächsten Tag einen Rückweg zur Straße zu suchen.

Am Morgen macht Eini sich auf, die Gegend zu Fuß zu erkunden. Es hat in der Nacht geregnet und somit ist auch ein zweiter Weg in der Nähe für uns die Garantie, stecken zu bleiben. Den Weg vom Vorabend wären wir bei Tageslicht wohl ohnehin nicht einmal gefahren. So bleibt uns noch ein dritter Weg. Für mehrere hundert Meter ist auch hier der lehmige Boden glitschig. Vorsorglich hat Eini schon den Reifenluftdruck reduziert. Sonst würden wir nicht einmal mehr von der Stelle kommen. Dann treffen wir auf einen Schotterweg, fahren plötzlich an einem Steinbruch und einer riesigen Schafherde vorbei und nach einigen Kilometern haben wir wieder eine Hauptstraße erreicht. Eigentlich wollten wir für ein paar Tage in den Osten fahren. Der Wetterbericht sagte aber nun auch dort Regen voraus. Wir geben uns geschlagen und fahren zurück nach Tbilisi. Dort lässt sich das schlechte Wetter noch am besten aushalten.
Weiterlesen: Tbilisi Teil 2

Ein Kommentar zu „Tbilisi (Tiflis) Teil 1

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s