Tbilisi (Tiflis) und Mzcheta, Teil 2

In und rund um Tbilisi (dt. Tiflis) haben wir einige Tage verbracht. Ein Auszug in zwei Teilen.

Als wir von unserem misslungenen Ausflug nach Tbilisi zurückkommen gehen wir erstmal ins Kino. Es ist gerade brasilianisches Filmfestival. Alle Filme haben englischen Untertitel und der Eintritt ist umsonst. So verbringen wir gleich zwei Abende hintereinander vor der Leinwand. Zwischendrin treffen wir uns am See mit Lea und Paul. Auch sie haben in der Stadt einiges zu erledigen, unter anderem Werkstattbesuche. Zusammen mit Lea gehe ich dann auch noch in ein Schwefel Bad direkt am Lisi See. Die Räumlichkeiten bestehen aus einer Dusche sowie einem großen Becken, dass mit dem Mineralwasser gefüllt und aufgeheizt ist. Die kommenden drei Stunden verbringen wir damit unsere Haut in dem Wasser aufzuweichen und verlassen das Becken nur, um wieder ein kleines bisschen abzukühlen. Wir hatten den Frauenbereich eine ganze Weile für uns allein. Irgendwann kommen dann noch zwei andere Frauen. Diese schienen aber ausgiebiger die Duschen als das Becken selbst zu nutzen. Als wir aus dem Bad herauskommen berichteten uns die Jungs, dass es natürlich genau in diesen letzten Stunden nicht geregnet hatte und sogar die Sonne herausgekommen ist.

 

Mzcheta

Wir nutzen das schöne Wetter für einen kleinen Ausflug nach Mzcheta. Die kleine Stadt neben Tbilisi war früher einmal Georgiens Hauptstadt und ist heute das wichtigste religiöse Zentrum. Wir finden einen schönen Platz direkt am Fluss mit Aussicht auf die Swetizchoweli Kathedrale im Ort und auf das Dshwari Kloster auf der gegenüberliegenden Hangflanke.

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Das erleuchtete Dshwari Kloster.
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Die Swetizchoweli Kathedrale in Mzcheta.

Am nächsten Tag lernen wir dann Teres und Johannes kennen, die gerade von einem Heimaturlaub aus Deutschland und der Schweiz wieder nach Georgien zu ihrem LKW mit Wohnkabine zurückkehren. Wir wollen uns in Tbilisi wieder treffen. Eini und ich machen einen Ausflug zur Kathedrale und zum Kloster. Da Sonntag ist sind viele Tagesausflügler unterwegs. Das aufgeräumte Mzcheta mit seinen vielen Souvenir- und Marktständen ist uns zu touristisch. Am Nachmittag steuern wir eine Art Stadtpark im Ort an. Es sieht recht vereinsamt aus und es gibt viele Parkmöglichkeiten. Als wir gerade neben einem baufällig aussehenden Gebäude zu kochen anfangen, nähert sich ein Mann. Er spricht kein Englisch und so hält er Eini plötzlich sein Handy ans Ohr. Am Telefon erklärt die Tochter des mürrisch dreinschauenden Mannes, dass dies sein Grundstück sei und wir hier nicht stehen dürfen. Wir versichern, gleich zu fahren. Die Tochter erklärt es dem Vater. Doch dann drückt der Eini das Telefon noch einmal ans Ohr. Für 20 Lari, so die Tochter, können wir bleiben. Für sieben Euro! Wir fahren zum Platz vom Vortag, wo wir wechselweise Gesellschaft von liebe Hunden, grasenden Pferden und scheuen Schweinen bekommen.

Der Glückstag

Und dann ist die Stunde der Wahrheit gekommen. Nach tagelangem Warten statte ich der Iranischen Botschaft in Tbilisi einen zweiten Besuch ab. Zum ersten Mal war ich eine Woche vorher dort gewesen, um einen neuen Visumsantrag in die Wege zu leiten. Als ich schließlich zum Bus zurücklaufe, begleitet mich ein Straßenhund, dem ich Leckerlies versprochen habe. Der Hund bekommt sein Futter und ich lasse Ein noch ein wenig zappeln. Dann zeige ich ihm den Aufkleber in meinem Pass, der unsere Fahrt in den Osten jetzt doch noch möglich machen soll.
(Welchen Fehler wir beim Antrag in Batumi gemacht haben und wie ich dann doch noch an ein Visum gekommen bin, berichten wir, sobald wir im Iran waren und alles auch wirklich geklappt hat …)

AGM Batterie, Georgien, Tbilisi, Tiflis
Nach langer Suche haben wir endlich eine AGM Batterie gefunden.

Voller Zuversicht widmen wir uns nun wieder der Suche nach einer AGM Batterie. Wir haben sie in den letzten Tagen bei den kleinen Händlern in der „Batteriestraße“ fortgesetzt, aber keinen Erfolg gehabt. In Georgien sind die Läden in den Straßen oftmals nach Themen sortiert. Es gibt eine Straße mit vielen Blumenläden, eine mit Autobatterien und so weiter. Wir steuern jetzt Mercedes an. Und das Glück ist immer noch auf unserer Seite: Innerhalb von einer Stunde haben wir nicht nur ein Visum für den Iran, sondern auch eine neue AGM Batterie. Natürlich ist die etwas teurer als in Deutschland.

Overlander Tbilisi
Abschied am Turtle Lake. Lea, Paul, Johannes, Teres, Isi, Eini (v. links) und Luk (vorne).

Am Abend treffen wir uns noch einmal mit Teresa, Johannes, Lea, Paul und Luk am Turtle Lake. Wir wollen nun alle in Richtung Iran aufbrechen. Teresa und Johannes wollen über die Türkei fahren. Lea und Paul direkt hinter Tbilisi über die Grenze nach Armenien. Wir wollen noch etwas Zeit in Georgien verbringen. Luk ist am nächsten Morgen sehr traurig, als sich alle verabschieden. Doch die Aussicht uns bald wiederzusehen stimmt ihn schließlich versöhnlich.

Eini und ich fahren noch an den Stadtrand, um uns Schneeketten zuzulegen. Wir haben noch einige Pässe vor uns und die Straßen in Armenien sollen nicht die besten sein. Auf der Suche nach einer Bank finden wir uns plötzlich im Marktgetümmel wieder und lassen uns ein bisschen treiben. Während ich anschließend die Einkäufe zum Bus schleppe, macht Eini noch einen Abstecher zum Autoteilemarkt und organisiert die Ketten. Endlich können wir Tbilisi hinter uns lassen.

 

 

4 Kommentare zu „Tbilisi (Tiflis) und Mzcheta, Teil 2

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