Über Uplistsikhe und den Borjomi-Kharagauli Nationalpark nach Armenien 

Wir besichtigen eine der ältesten Höhlenstädte der Menschheit, fahren in den Borjomi-Kharagauli Nationalpark zum Mountainbiken und verlassen nach einem tollen Roadtrip Georgien.

Nach der Rückkehr aus den Bergen steuern wir Gori an. In Stalins Geburtsstadt befindet sich auch ein Museum über ihn. Wir haben darüber gelesen, dass er darin nicht unbedingt kritisch dargestellt wird. Das Museum interessiert uns dann auch nicht weiter. Wir halten in Gori zum Einkaufen und suchen dann einen Schlafplatz auf einer Wiese neben dem Fluss Kura. Es wird eine kalte aber ruhige Nacht. Am Morgen kommen Hirten mit ihrer Schafherde vorbei. Wir fahren ein kleines Stück weiter und wechseln die Flussseite. Zehn Kilometer östlich von Gori befindet sich die Höhlenstadt Uplistsikhe. Sie ist eine der ältesten Menschensiedlungen der Welt und UNESCO-Weltkulturerbe. Den Menschen diente sie als wichtiger Handelsplatz und Festung. Wir zahlen Eintritt und laufen in der „Stadt“ spazieren. Besonders überrascht uns am Ende des ausgeschilderten Rundganges ein Tunnel, der den Stadtbewohnern wohl als Notausgang diente und hinunter zum Fluss führt. Im kleinen Museum kann man Funde aus der Stadt besichtigen und einen Film ansehen und etwas über die Geschichte des Ortes erfahren.

Borjomi-Kharagauli Nationalpark 

Nach einer Brotzeit starten wir in Richtung Borjomi. Auf dem Weg dorthin gelangen wir in ein Flusstal. Als wir schließlich den Ort erreichen machen wir uns auf Wassersuche. Das Borjomi Wasser ist in ganz Georgien bekannt und überall im Supermarkt bekommt man es in Flaschen. Im Ort gibt es einen Brunnen mit dem frischen Mineralwasser, an dem wir alle Flaschen und den Tank auffüllen wollen. Das letzte Mineralwasser hatten wir in Mestia getrunken und es hat gut geschmeckt. Nur wenig Wasser fließt aus dem Hahn und es dauert eine lange Zeit bis wir alle Flaschen aufgefüllt haben. Außer uns kommen auch viele Einheimische, um Flaschen aufzufüllen, sodass wir zwischendrin öfters warten müssen, bis wir wieder an der Reihe sind. Traurigerweise gibt es an den Marktständen um den Brunnen herum überall Plastikflaschen und Plastikbecher zu kaufen, um darin das Wasser abzufüllen.

Zum Schlafen fahren wir oberhalb von Borjomi in den Wald. Wie jeden Abend trinken wir Tee. Heute schmeckt er nach Seife. Es dauert einen Moment bis wir dahinter kommen, was die Ursache ist. Dann probieren wir zum ersten Mal das Mineralwasser aus Borjomi und verstehen wie der  Seifengeschmack im Tee zustande gekommen ist. Wir haben uns täuschen lassen. Es gibt wohl einen Unterschied zwischen dem Borjomi Mineral- und dem echten Quellwasser.

Am nächsten Tag wollen wir endlich die langersehnte Tour mit den Mountainbikes machen. Wenige Kilometer hinter Borjomi biegen wir mit Mr. Turtle auf eine kleine Nebenstraße ab und fahren bald am Waldrand entlang über eine Buckelpiste und durch eine kleine Furt. Wieder einmal sind wir überrascht, welche Offroad-Fähigkeiten in unserem Bus stecken. Dann erreichen wir eine als Campingplatz ausgezeichnete Wiese. Hätten wir das mal vorher gewusst, hätten wir hier schon übernachtet. Wir parken und sind froh, schon ein Nachtlager sicher zu haben. Jetzt wird es allerhöchste Zeit in die Tour zu starten. Die Wiese liegt in einem feuchten Tal und an den oberen Baumwipfeln sehen wir Sonnenschein. Leider geht es dann doch nicht so schnell wie gedacht.
Zur Mountainbike-Tour im Outdoor-Tagebuch.

Rascher Aufbruch nach Armenien

Als wir am späten Nachmittag von der Tour zurückkommen müssen wir uns beeilen, um noch im letzten Tageslicht die Bikes zu waschen und selbst zu duschen. Glücklicherweise können wir an diesem einsamen Platz die Räder über Nacht draußen liegen lassen und schließen sie nur mit dem Schloss zusammen. Erst am nächsten Morgen bauen wir sie wieder auseinander und verstauen sie in der Kiste. Dann checken wir den Wetterbericht und sind überrascht. Schon in der kommenden Nacht soll es in den Bergen wieder schneien. Außerdem zieht eine Kaltwetterfront auf. Die Armenische Grenze, die wir ansteuern liegt auf einem Pass auf 2150 Metern über dem Meer. Wir würden dort gerne noch vor dem Schnee drüber fahren. Eigentlich sind wir für die 160 Kilometer lange Fahrt, die noch vor uns liegt fast schon zu spät dran, wollen es aber versuchen.

Wir fahren eine Weile durch das Flusstal des Nationalparks bevor wir die letzten Lari in einem Supermarkt ausgeben. Am Straßenrand stehen immer wieder Mandarinenverkäufer. Mit dem letzten Kleingeld kaufen wir so viele wie wir dafür bekommen. Es wird ein überraschend voller Beutel. Würden wir jetzt wieder nach Deutschland zurückkehren, würden wir inzwischen wohl als Erstes über die hohen Obst- und Gemüsepreise den Kopf schütteln. Wir fahren weiter und finden uns plötzlich in einer breiten Schlucht wieder. An einer Stelle führt eine ziemlich außergewöhnliche Brücke über den Fluss. Ein alter Zugwaggon. Wir inspizieren ihn aus der Nähe und machen ein paar Bilder.

Als wir uns der Grenze nähern wird es dunkel. Doch jetzt sind wir schon auf der weiten kargen Fläche mitten auf dem Pass. Ab Ninozminda, etwa zwanzig Kilometer vor der Grenze, bewahrheitet sich, was wir schon gelesen haben. Die Straßenverhältnisse verschlechtern sich gravierend. Wir arbeiten uns um riesige Schlaglöcher herum wie Soldaten über ein Minenfeld. Dabei entdecken wir einen Fuchs. Und endlich taucht die Grenze auf. Wir haben es geschafft. Es ist stockdunkel als wir nach 45 Tagen aus Georgien ausreisen.

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Ein Fuchs!
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Auf dem Weg durch die Schlucht.

3 Kommentare zu „Über Uplistsikhe und den Borjomi-Kharagauli Nationalpark nach Armenien 

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