Maranjab Wüste

Von Masuleh aus steuern wir die Maranjab Wüste an, einen Teil der Dasht-e Kavir. Wir begegnen Dromedaren und Wölfen, entdecken die Dünen und einen Salzsee. Die Tour ist ein Höhepunkt unserer Iranreise.

Nachdem wir in Masuleh schon wieder gefroren haben, fahren wir in Richtung der Stadt Kashan weiter. Bevor wir für ein Overlander-Weihnachtstreffen einen Roadtrip in den Süden auf uns nehmen, wollen wir noch ein paar Tage die Maranjab Wüste südlich von Teheran erkunden. Wir passieren Teherans Vororte und landen am ersten Abend der Fahrt gleich im Stau. Über Nacht stehen wir in einer kleinen Wüste etwa 80 Kilometer hinter der Stadt.

Iran Wüste
Unser Wüstenschlafplatz am Morgen.

 

Am nächsten Tag fahren wir bis Kashan weiter, füllen in der Stadt unsere Lebensmittelvorräte auf und erreichen die etwa 15 Kilometer entfernt gelegene Kontrollstation am Beginn der Maranjab bei Dunkelheit. Die Kontrolleure fragen uns nach einem Guide, kopieren unsere Pässe und schreiben ihre Handynummer für den Notfall auf das Ticket. Der Eintritt beträgt 200.000 Rial, etwa vier Euro. Und sie wollen natürlich ein Selfie vor dem Bus machen. 

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Karawane.

Fahrt in die Maranjab

Nach zwölf Kilometern haben wir unseren Schlafplatz erreicht, ein Plateau mit Aussicht. Wir wollen erst am nächsten Tag und bei Licht weiter in die Wüste hineinfahren. Am Morgen wird es an unserem Platz dann leider schnell sehr belebt. Ein Bus kommt auf das Plateau und lädt eine große Schülergruppe Jungs ab. Dann kommt auch ein Guide mit einem Geländewagen und kontrolliert unser Ticket. Wir starten die Weiterfahrt und hoffen auf mehr Abgeschiedenheit, wenn wir die kommenden 40 Kilometer zu unserem nächsten Lagerplatz hinter uns haben.

Es führt tatsächlich so etwas wie eine Straße durch die Wüste. Bis zu der Karawanserei gibt es sogar Straßenschilder. 40 Km/h sind erlaubt. Als neben uns die ersten Sanddünen auftauchen machen wir eine Pause und laufen dort etwas spazieren. Dann fahren wir weiter. Plötzlich entdecken wir einen Iraner, der sich ziemlich spektakulär abseits der Straße im Sand festgefahren hat. Wir rätseln, was und ob er sich bei seiner Route überhaupt etwas gedacht hat. Der Iraner bittet uns ihm zu helfen sich aus seiner misslichen Lage zu befreien. Englisch spricht er nicht. Und kurz darauf haben wir uns auf dem Weg zu seinem Auto selbst im Sand festgefahren. Der Iraner hilft dabei, Mr. Turtle freizuschaufeln und schiebt mit an. Wir verabschieden uns. Er hat ein Handy und auf der Straße kommt ab und an auch jemand vorbei.

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Dromedare tränken

Unser Weg passiert die Karawanserei und auch wir fahren mal rechts, mal links, von der „Straße“, suchen den Weg, der die wenigsten Huckel hat. Die Sonne geht unter. Plötzlich taucht neben uns ein Dromedar auf. Wir halten an und sehen, dass es an einer Wasserstelle steht. Wir vermuten, dass es Durst hat und als Eini den Eimer in den Brunnen wirft, kommen weitere Dromedare angelaufen. Sie drängen sich nebeneinander an den Trog, während Eini den Eimer immer und immer wieder in den Brunnen wirft, hoch zieht und das Wasser dann dort hineinkippt. Ungefähr eine halbe Stunde später ist der Durst aller Dromedare gestillt. Nach und nach trotten sie wieder davon.

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Wölfe in der Wüste

Nach etwa zwei Stunden Fahrt haben wir unser Ziel erreicht. Direkt neben uns beginnen die Sanddünen, nicht weit entfernt liegt der Salzsee. Wir sammeln Holz für ein Lagerfeuer und genießen den stillen Abend in der Wüste. Plötzlich hören wir in der Nähe Wölfe heulen.

Am nächsten Tag frühstücken wir auf der Picknickdecke neben dem Bus. Ein paar neugierige Dromedare kommen vorbei und fressen Bananenschalen und Gemüseabfälle. Am liebsten hätten sie sich wohl auch noch über unser Frühstück hergemacht. Wir packen einen Rucksack und starten zu einer Wanderung in die Sanddünen. Zum Bericht im Outdoor-Tagebuch

Am Nachmittag kommen wir erschöpft zurück. Als es dämmert, starten wir wieder ein Lagerfeuer und kochen nebenbei. Später hören wir wieder einen Wolf in der Nähe heulen.

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Der Salzsee

Beim Frühstück am nächsten Morgen haben wir wieder Dromedarbesuch. Dieses Mal sind sie besonders frech und eines ist ziemlich groß. Eini jagt ihm hinterher. Das Dromedar trottet aber einfach wieder von der anderen Seiten um den Bus herum. So bleiben wir eine Weile beschäftigt. Dann räumen wir zusammen und fahren in den Salzsee hinein. Auch hier gibt es so etwas wie eine Straße. Unser Ziel ist die trockene Insel mitten im See. Es gibt keinen Schatten weit und breit. Wir sind froh, nicht im Sommer hier zu sein, denn uns ist warm genug. Wir erklimmen eine kleine Anhöhe und genießen einen Moment lang die Aussicht, die Stille und die Einsamkeit. Dann reicht es uns auch und wir fahren wieder zurück aufs „Festland“.

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Auf dem Rückweg aus der Wüste haben wir wieder Mitleid mit einem Dromedar, dass durstig an der Wasserstelle steht. Kaum beginnen wir Wasser aus dem Brunnen zu schöpfen kommen immer mehr Tiere. Dromedare trinken unglaublich große Schlucke. Bestimmt eine Stunde sind wir beschäftigt, bis alle wieder zufrieden davon ziehen. Dann können wir mit Mr. Turtle weiter durch die Wüste heizen. Mit mir am Steuer dauert der Weg zurück in die Zivilisation nicht ganz so lang wie die Hinfahrt. Dafür kann ich nach der wilden Raserei die Küche entstauben, denn so ganz dicht hält Mr. Turtles Heckklappe nicht.

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