Mountainbiken in Teheran

In der Umgebung von Teheran gibt es einige MTB-Möglichkeiten. Wir hatten Glück Mitte Januar noch etwas davon erkunden zu können.

Dank der Unterstützung unserer neugewonnenen Freunde Amir und Zohre, bekommen wir doch noch die Gelegenheit an zwei Tagen in Teheran die Bikes auszupacken. Und wir müssen uns diesmal überhaupt keine Gedanken zu der Tourenplanung machen.

Tour 1: Lavasan

Mit Amir und zwei Freunden geht es am Wochenende in die Berge um Lavasan. Bei der Fahrt aus der Ortschaft wird klar, hier wohnen die Reichen. Eine Villa reiht sich an die andere. Und so wird das Warmfahren zu einer Sightseeing-Tour.

Trotz Sonnenschein ist es eher kühl. Über Forstwege treten wir auf knapp 2000 Meter über dem Meeresspiegel hoch. Hier liegt schon der erste Schnee. Doch wir haben viel Glück. Denn der Winter ist in Teheran bisher eher mager. Am höchsten Punkt der Tour angekommen, geht ein eisiger Wind. Wir machen noch schnell Fotos und dann geht es auch schon an die Abfahrt.

Nach einem Stück Forstweg fahren wir auf einen Singletrail, der auf einem Bergrücken verläuft. Dieser ist leider viel zu schnell vorbei. Der Rest der Abfahrt verläuft dann leider wieder auf der Piste. Diese hat aber immerhin einiges an Steinen und Absätzen zu bieten und ist so gar nicht mit deutschen Forstwegen vergleichbar.

Trotzdem sind wir sehr schnell zurück im Ort. Doch sogar dort finden wir noch den ein oder anderen Schleichweg zurück zu den Autos. Wir packen zusammen und fahren zurück nach Teheran.

 Tour 2: Ahar

Am nächsten Tag fahren wir dann noch einmal in die Berge. Heute begleitet uns auch Zohre. Diesmal geht es noch weiter in die Bergwelt um Teheran hinein. Wegen einer unerwarteten Straßensperrung müssen wir aber einen Umweg machen und die Fahrt dauert etwas länger. Dann kommen wir in das Dorf Ahar. Dort treffen wir auf andere Mountainbiker, deren Tour wir uns anschließen wollen.

Das Wetter ist wieder traumhaft, aber trotzdem eher kühl auf 2000 Metern. Was gestern unsere Zielhöhe gewesen ist, ist heute unsere Starthöhe. Leider erfahren wir recht früh, dass die meisten Singletrails zu dieser Jahreszeit auf Grund von Eis und Schnee nicht mehr befahrbar sind. Es überrascht uns zwar nicht, aber wir hatten uns dennoch Hoffnung gemacht. Wir freuen uns über die Bewegung an der frischen Luft und die Gesellschaft, während wir einen Forstweg den Berg hinauf treten, der auch unsere Abfahrt sein wird.

Unterwegs treffen wir immer wieder Wanderer. An einer Quelle machen wir eine frühe Rast. Mountainbiken ist hier offensichtlich nicht nur Sport, sondern vielmehr auch ein gesellschaftliches Ereignis. Mit der Auffahrt lassen sich alle viel Zeit und es wird gequatscht. Auch die Kleiderordnung legen die Frauen am Berg eher locker aus. Hier tut es auch ein Stirnband oder eine Baseballcap als Kopftuchersatz. Für die radelnden Damen reicht laut Zohre der Helm als Kopfbedeckung. Auch das sonst stets zu verhüllende Hinterteil ist hier öfters in einer normalen Hose sehen.

Wir fahren weiter bis zum Ende des Tales. Iraner machen gerne Feuer und so dauert es nicht lange, bis wir uns an einem wärmen können. Nach einer zweiten großen Pause mit dem obligatorischen Selfie-Ritus, machen wir uns für die Abfahrt bereit. Auf halber Strecke tauschen Isi und Zohre noch ihre Bikes und Schuhe. Während Isi noch den Weg in die Klickpedale sucht, ist Zohre bereits auf und davon. Sie ist bisher nur ein älteres Hardtail gewöhnt. Wir holen sie dann aber doch noch ein, als sie in einem unachtsamen Moment wegrutscht. Glücklicherweise bleibt der kleine Umfaller ohne größere Folgen und wir rollen gemütlicher zurück zu den Autos.


Fazit: 39 Kilometer und 1150 Höhenmeter in zwei Tagen. Leider fast ausschließlich auf Forstwegen unterwegs gewesen. Dafür aber die nette Gesellschaft iranischer Freunde genossen.

Tourentag: 11. & 12. Januar 2018

Ein Kommentar zu „Mountainbiken in Teheran

  1. Pingback: Teheran Teil 2

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