Mountainbiken am Maharloo See

Der Maharloo See bei Shiraz hat sich für uns als idealer Ausgangspunkt für eine Mountainbiketour in die angrenzende Bergkette herausgestellt. Den tollen Singletrail hat sich Isi dann noch ganz genau angeschaut.

In der Umgebung von Shiras soll es mehrere Möglichkeiten zum Mountainbiken geben. Doch wie so oft hört man viel, findet aber wenig konkretes Material dazu. Über ein Youtube-Video entdecke ich dann doch noch einen Trail in der Nähe des Maharloo Salzsees. Ich kann nur vermuten, wo er ungefähr liegen könnte und suche die Gegend mit Google Earth ab. Dann klicke ich uns auf der Karte eine Route zusammen und hoffe, dass es sich bei den eingezeichneten Linien im besten Fall um Trails oder Karrenwege handelt. Und nicht um ausgetrocknete Bäche oder Mauern.

Auffahrt

Wir haben direkt am Ufer des Salzsees geparkt und radeln von dort in die Berge. Vor uns liegt eine hügelige Landschaft, die ein steiles Felsmassiv begrenzt. Um dorthin zu kommen, müssen wir die Räder erst noch über die Schnellstraße schieben. Dann fahren wir bergauf durch ein Dorf. Anscheinend ist man hier den Anblick von Mountainbikes gewohnt, denn überraschenderweise löst unsere Anwesenheit nicht all zu viel Aufmerksamkeit aus. Da ich die Route nicht konsequent vom See aus geplant habe, drehen wir oberhalb des Dorfes noch eine Extrarunde, bevor wir die Auffahrt finden. Die ist zwar relativ steil, aber der breite Weg ist in einem guten Zustand und wir treten die ersten vierhundert Höhenmeter hinauf.

Und bereits die erste Zwischenabfahrt lässt mich alle meine Zweifel vergessen. Es geht einen Trail hinunter. Wir nutzen einen natürlichen Wallride, um danach eine gemauerte Quelle als Sprung zu missbrauchen. Die Stelle gefällt Isi so gut, dass sie gleich noch einmal hochschiebt. Nach mehreren Fotorunden machen wir uns an die weitere Abfahrt. Ein traumhafter Singletrail mit Seeblick schlängelt sich den Berg hinunter und ist leider viel zu schnell zu Ende.

Doch unsere Tour ist es noch lange nicht. Wir stoßen nun auf die zweite und längere Abfahrt, die wir aber erst noch hinauf treten müssen. Schon auf den ersten Blick glauben wir hier später viel Spaß zu haben. Der schöne Singletrail schlängelt sich durch eine Schlucht. Und ich bin mir sicher, den Trail aus dem Video gefunden zu haben. Was für ein Glück.

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Der zweite Teil der Auffahrt, die Stimmung ist gut.

Um den Trail in seiner ganzen Länge genießen zu können, folgen wir dem Weg dreihundert Höhenmeter nach oben. Am Anfang ist er gut fahrbar und wir meistern auch noch die ersten steilen Stellen. Doch je weiter wir nach oben kommen, umso mehr merken wir, dass wir derzeit nicht so gut trainiert sind und so schieben wir das letzte Stück. Inzwischen sind wir der Felswand sehr nahe und so schirmt sie an dieser Stelle leider auch die Sonne ab. Im Schatten ist es kalt. Und unsere Pause am höchsten Punkt mit Sushi und Cookies fällt eher kurz aus.

 

Abfahrt

Und dann geht es bergab. Am Anfang zieht sich der Weg noch den Berghang entlang. Der Untergrund ist griffig, vorausgesetzt man bleibt auf der Ideallinie. Rechts und links davon erinnern Schotter und Geröll daran, diese besser nicht zu verlassen. Der technische Anspruch ist eher mittel und so geben wir Gas. Besonders Isi lässt es krachen.

Unmerklich fahren wir in die Schlucht hinein. Der Weg schlängelt sich von einer Kurve zur nächsten. Wir machen einen kurzen Stopp und reden über die tolle Abfahrt und die schmale Spur. So geht es weiter und ich kann Isi kaum noch folgen. Als ich um eine langgezogene Linkskurve komme, sehe ich ein Knäuel aus Isi und Fahrrad im steinigen Graben liegen. Schnell befreie ich sie aus ihrer misslichen Lage und helfe ihr sich hinzusetzen. Von der Stelle wo Sie die Kontrolle verloren hat, bis zum Einschlag sind es gute zehn Meter. Ich befürchte, dass Isi sich ordentlich weh getan hat.

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Das Unfallopfer nach dem ersten Schock.

Ihre komplette linke Seite ist verstaubt und die Jacke hat ein Loch. Die Fingerknöchel bluten trotz Handschuhe. Doch sie hat sich nicht weiter verletzt, was uns beide überrascht. Ein paar kleinere Blutergüsse könnten noch kommen. Nach ein paar Minuten durchatmen können wir schon wieder weiterfahren.

Als wir den Trail und die Schlucht hinter uns lassen, kommen wir sogar noch einmal in die Abendsonne und können auf einem breiten Weg gemütlich ausrollen. Wir finden sogar eine Unterführung für die Schnellstraße. Diese ist zwar sehr niedrig, aber passierbar und wir kommen schnell zurück zu Mr. Turtle.

Fazit: Eine schöne Landschaft, Seeblick und eine schnelle Singletrail-Abfahrt durch eine Schlucht sind ein toller sportlicher Abschied vom Iran. Aufgrund der Jahreszeit hatten wir mit den anderen Bike-Touren nicht all zu viel Glück. 21 Kilometer, 800 Höhenmeter.

Tourentag: 24. Januar 2018

Ein Kommentar zu „Mountainbiken am Maharloo See

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