Wandern in der Sukhna Wildlife Sanctuary in Chandigarh

Fast drei Wochen lang hatten wir uns durch die Pakistan-Durchquerung nicht mehr richtig bewegt. In unseren ersten Tagen in Indien sind wir auf der Durchfahrt dann zufällig auf die Sukhna Wildlife Sanctuary in Chandigarh gestoßen. Doch bevor wir dort wandern gehen konnten, gab es noch ein paar Hürden zu bewältigen.

Während wir am Sukhna See parken, entdeckt Isi bei einer Internetrecherche, dass die Sukhna Wildlife Sanctuary direkt an die Stadt angrenzt. Wie so oft sind die Informationen dürftig aber ein kürzlich veröffentlichter Zeitungsartikel über die Wandermöglichkeiten dort macht uns große Lust uns endlich wieder zu bewegen. Wir fahren mit Mr. Turtle zum Parkeingang, kommen aber nicht weit. Die Straße ist wegen eines Jahrmarkts gesperrt und wir fahren zurück zu unserem Schlafplatz. Von dort sind es vier Kilometer zum Parkeingang über einen Trail am See entlang. Endlich am angekommen, wollen uns die Parkwächter aber nicht hineinlassen. Sie sprechen kein Englisch, aber irgendwie verstehen wir, dass wir eine schriftliche Erlaubnis benötigen. Wir sind genervt und wollen doch einfach nur in die Natur. Doch die Parkwächter halten uns mit lautem Geschrei davon ab weiter zu gehen. Es hilft nichts, wir brauchen die Erlaubnis. Wo wir diese bekommen, kann uns aber auch niemand sagen. Nach ewiger „Diskussion“ geben wir auf und laufen die vier Kilometer zu Mr. Turtle zurück.

Karte
Grobe Orientierung mit Handskizze im Park.

Isi findet die Adresse des Departement of Forest and Wildlife im Internet und wir fahren hin. Die Beantragung der Erlaubnis ist dann doch hauptsächlich bürokratische Schikane. Man will unsere Passdaten und schickt uns danach erstmal wieder weg. Wir sollen in zwei Stunden wiederkommen. Und so vertreiben wir uns die Zeit mit Einkaufen. Zurück im Departement heißt es dann nochmal eine Stunde auf den Chef warten. Er muss noch seine Unterschrift unter die Erlaubnis setzen. So halten wir sie dann um fünf Uhr am Nachmittag endlich in den Händen. Das Permit hat weder Geld gekostet, noch wurden wir auf irgendeine Art informiert oder belehrt. Sogar mit Mr. Turtle dürften wir nun einige Straßen im Park befahren. Wir verstehen den tieferen Sinn nicht. Sollte man in Indien aber vielleicht auch einfach nicht zuviel drüber nachdenken.

Am nächsten Morgen können wir dann sogar bis zum Parkeingang fahren und innerhalb des Geländes parken. Der Parkwächter des Vortages notiert die Permit-Daten und wir können loslaufen. Die ersten zwei, drei Kilometer noch auf einer Jeepstraße, biegt bald ein Trail ab. Wir haben ihn ganz für uns. Mit einer Karte, die wir im Department bekommen haben, können wir uns relativ gut orientieren. Wir folgen einem Flusstal und verschiedener Brücken können wir meistens nachvollziehen, wo wir gerade sind. Überall zwitschern Vögel und gelegentlich hört man den Schrei von Pfauen. Es ist grün und wir genießen es draußen zu sein.

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Schöne Aussicht.

Infotafeln klären über die heimischen Tierarten auf. Einen Leopard, vor dem hier gewarnt wird, sehen wir natürlich „leider“ nicht. Dafür viele Sambars, eine Reh-ähnliche Art. Die Landschaft ist abwechslungsreich und der Weg führt über mehrere kleine Pässe zur Kansal Log Hut. Aussichtspunkte nutzen wir für ausgedehnte Pausen und lassen den Blick in die Landschaft schweifen.

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Eine der Sambar-Herden.

An der Kansal Log Hut angekommen stutzen wir. Das es sich um keine offiziell bewirtschaftete Hütte handelt, wussten wir schon vorher. Das ganze mutet aber eher nach einem Gelände an, dass man für Events mieten kann. Es gibt eine Bühne und einen gepflegten Rasen. Letzteren nutzen wir für unsere Mittagspause und chillen abwechselnd in Sonne und Schatten. Isi findet dabei auch eine neue Freundin.

Irgendwann müssen wir leider den Rückweg antreten. Isis neue Freundin begleitet uns den kompletten Weg zurück zum Parkeingang. Damit stirbt auch die Hoffnung auf weitere Tierentdeckungen. Denn unser Hund jagt pausenlos die Sambars durch den Busch.

Zum Teil wandern wir den gleichen Trail rückwärts, bevor wir auf eine weitere Jeepstraße abbiegen und Richtung Parkeingang laufen. Kurz vor dem Eingang treffen wir das erste Mal auf eine Einheimische. Sonst haben wir den Park heute für uns alleine. Wir lassen uns sehr viel Zeit und so sind wir auch erst sieben Stunden später wieder zurück bei Mr. Turtle.

Tourenbilanz: 8 + 18 Kilometer; 50 + 600 Höhenmeter. Nach der anfänglichen Enttäuschung dann doch eine wunderschöne und sehr entspannte Wanderung.

Tourentag: 13./14.02.2018

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