Von Panitanki nach Darjeeling

Rückkehr nach Indien. Vom Grenzübergang Kakarbhitta-Panitanki fahren wir nach Darjeeling weiter. Die aussichtsreiche Straße führt uns immer wieder entlang der Gleise des Toy Train bergauf in die Berge.

Zurück in Indien. Wir finden das Land vor, wie wir es verlassen haben: es ist laut, dreckig und stinkt. Außerdem müssen erst einmal die Gebäude von Immigration und Zoll suchen. Sie sind gut versteckt. Und wir vermissen bereits die nepalesische Freundlichkeit. Der indische Beamte, der uns empfängt, wirkt überheblich und gelangweilt. Ist ja auch nichts los hier, die Nepalesen kommen ohne Visum über die Grenze. Uns schickt er gleich wieder weg, wir sollen Passkopien machen. Glücklicherweise hatte ein eifriger pakistanischer Polizist davon einen Vorrat für uns angefertigt und wir brauchen sie nur aus dem Bus zu holen. Nach dem Ausfüllen des obligatorischen Einreiseformulars bekommen wir die Stempel und den Hinweis, dass unser „Double-Entry-Visa“ jetzt aufgebraucht ist.

Ab zum Zoll. Ich warte im Bus. Und warte. Und warte. So geschmeidig wie bei der Ausreise aus Nepal läuft es hier nicht. Ich frage mich inzwischen, ob Eini von den Indern festgesetzt wurde. Doch da kommt er endlich zurück. Der zuständige Zuarbeiter des Chefs sei heut nicht da und dieser war total überfordert. Normalerweise bekommt er nur das fertige Dokument zur Unterschrift vorgelegt. Der Chef hatte also keine Ahnung, wie man ein Carnet de Passage ausfüllt und blieb bei Einis Erklärungen dazu erst einmal skeptisch. Nach einer Weile hat er sich dann aber überzeugen lassen. Für den Bus selbst hat sich aber mal wieder niemand interessiert.

Roadtrip nach Darjeeling

Auf dem Weg zum Highway landen wir dann erst einmal mitten im Verkehrschaos. Die „Straße“ ist hier vom letzten Regen noch ziemlich matschig und es ist Stau. Einen Kilometer weiter können wir es kaum glauben: wir fahren plötzlich auf neuem Asphalt.  Doch was wäre das für ein indischer Highway, wenn nicht noch ein paar Straßenabschnitte im Bau wären und Brücken fehlen würden. Nichtsdestotrotz ist es eine der besten Straßen, auf denen wir in Indien je unterwegs waren. Rechts und links erstrecken sich riesige Teeplantagen. Am Straßenrand warnt ein Schild vor „Elephant trespassing“. Mitten zwischen den Plantagen, hat man den Elefanten einen breiten Feldweg gelassen, um die Seiten wechseln zu können, ohne den Tee zu zertrampeln. Und wie immer liegen und stehen die Kühe auf dem Highway, wohl wissend, dass ihre Heiligkeit sie immer beschützen wird.

In der Stadt Siliguri biegen wir Richtung Berge ab. Parallel zur Straße beginnen auch schon die Gleise des Darjeeling Toy Train zu verlaufen. Die Straße selbst ist nur noch sehr schmal aber auch in einem sehr guten Zustand. Schlagartig wird die Landschaft um uns herum grün und bewaldet. Ein Schild weist auf eine Conservation Area hin. Verkehr ist keiner. So viel Ruhe haben wir in Indien noch nicht erlebt. Immer wieder gibt es jetzt tolle Aussichten auf Wald- und Dschungellandschaft. Recht schnell weicht auch das schwüle Wetter frischer Luft und regnet sogar etwas. Doch leider gibt es keine Möglichkeit von der Straße abzubiegen und einen Platz zum Campen zu finden. So fahren wir immer weiter und weiter bergauf.

Die Route verläuft immer sehr eng am steilen Hang und an einigen Stellen wird dieser gerade aufwendig abgesichert. Plötzlich endet die Straße in einer Sackgasse. Auch hier ist gerade Baustelle. Wir müssen vier Kilometer zurück und über einen glücklicherweise asphaltierten Nebenweg sehr steil in ein Dorf bergauf fahren. Es ist nicht nur steil, sondern auch kurvig. Und dann hängen auch mal wieder viele Stromleitungen sehr tief, so dass wir immer wieder besorgt nach oben schauen. Mitten im Dorf sind wir plötzlich mit einem 25 oder 30 prozentigen Anstieg konfrontiert. Noch dazu ist die Straße an dieser Stelle sehr eng. Trotz Asphalt sind wir unsicher, ob wir weiter kommen. Vor der versammelten Dorfgemeinschaft setzt Eini noch einmal zurück, um Schwung zu holen. Dann gibt er Gas. Es gelingt überraschend problemlos.

Ein außergewöhnlicher Schlafplatz

Ununterbrochen halten wir Ausschau nach einem Parkplatz, finden aber weiterhin nichts. Als es dämmert, beschließen wir einfach neben den Gleisen zu parken. Eini nimmt die Schaufel zur Hand, um den Boden ein bisschen zu ebnen. Als wir am Morgen aufstehen ist alles noch so friedlich wie wir es vorgefunden haben. Wir entdecken nur wenige Meter entfernt eine Wasserstelle und bauen die Dusche auf. Während wir dann gerade am Zelt beschäftigt sind, halten plötzlich immer mehr Jeeps neben Mr. Turtle. Innerhalb weniger Minuten ist die Straße zugeparkt. Die Wasserstelle stellt sich als gut laufende Waschanlage heraus. Zwei Männer stellen dafür ihre Schläuche kostenpflichtig zur Verfügung. Wir sind froh, dass Zelt ohnehin wegen der Dusche schon aufgebaut zu haben und können somit ungestört Frühstück zubereiten.

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