Darjeeling

Darjeeling ist überfüllt mit Jeep-Taxis und indischen Touristen. Und die Aussicht vom Tiger Hill ist auch eher wolkig. Doch wir können immerhin noch einmal in Indien campen. 

Nach leeren Straßen am Abend, landen wir in Darjeeling mitten im Verkehrschaos. Überall verstopfen Jeep-Taxis mit indischen Touristen die engen Straßen. Wir stehen im Stau und finden glücklicherweise irgendwann einen Parkplatz. Eigentlich wollten wir uns eine Unterkunft mit Parkmöglichkeit suchen, doch jetzt merken wir, dass das gar nicht möglich ist. Darjeeling liegt am Hang. Keine einzige Unterkunft hat eine Parkmöglichkeit. Da die Inder, die gerade hauptsächlich aus Kolkata zum kühlen Sommerurlaub hierherkommen, alle bis Siliguri fliegen und von dort ein Taxi nehmen, ist das auch gar nicht nötig. So irren wir ein bisschen durch den sehr touristischen Ort. Wir sind enttäuscht, denn wir haben es uns nach der Fahrt hier viel idyllischer vorgestellt. Den Plan uns hier für eine Woche von der Trekkingtour in Nepal zu erholen, den großen Haufen Wäsche zu waschen und im Bus für die Verschiffung etwas Ordnung zu machen, können wir vergessen.

Simkartenkauf in Indien

Im Handyladen erfahren wir dann, dass wir um eine Simkarte zu bekommen, die Visitenkarte unserer Unterkunft mitbringen sollen. In Amritsar hatten wir noch Glück, hier hatte ein Verkäufer im Shop uns einfach seine Karte weiterverkauft. Leider war die Karte nur einen Monat gültig und wir brauchen eine neue. Es ist kompliziert in Indien an eine Karte zu kommen. In manchen Orten, muss man wohl auch einen Einheimischen mitbringen oder seine Adresse angeben. Wir beschließen bis zum nächsten Tag einfach irgendwo eine Visitenkarte zu organisieren. Es war einfacher in Iran und Pakistan eine Simkarte zu bekommen. Wer hätte das gedacht?

Tiger Hill

Jetzt fahren wir erst einmal wieder raus aus dem Ort zum Tiger Hill. Der Aussichtsberg liegt circa sechs Kilometer vor Darjeeling und von hier aus hat man besonders in den klaren Wintermonaten eine tolle Aussicht auf den Himalaya und den Kanchenjunga, den dritthöchsten Berg der Welt. Wir fahren erst einmal ganz hinauf auf den Gipfel. Als wir dort ankommen, ist es bewölkt. Und hier befindet sich eine hässliche Baustelle. Im Internet lesen wir, dass hier oben schon vor Jahren eine Station gebaut werden sollte. So richtig scheint es, trotz anwesender Bauarbeiter, aber nicht vorwärts zu gehen. Wir fahren wieder ein Stück den Berg herunter und parken auf einer großen Wiese. Und dann stellt Eini mit Entsetzen fest, dass wir unsere Schaufel am letzten Schlafplatz verloren haben. Bei allem was dort los war, glauben wir nicht sie dort noch zu finden.

In den folgenden vier Nächten die wir alle hier wieder verbringen stellen wir immer jeden Tag den Wecker auf 4.30 Uhr in der Hoffnung wenigstens einmal ein bisschen Aussicht zu haben. Leider hängen tagelang Regenwolken entweder über uns oder in der Ferne. Zum Schlafen haben wir hier jedoch einen tollen Platz gefunden. Das unerträglich schwüle Wetter der vergangenen Tage ist vergessen, nachts ist es im Bus wieder so kühl, dass wir uns sogar zudecken. Herrlich!

Unsere Versuche den Ort Darjeeling noch etwas weiter zu erkunden enden leider immer wieder im Stau. Und es gibt dort eigentlich auch nicht viel zu sehen. Wir fragen in einem Hotel nach einer Visitenkarte und bekommen damit eine Simkarte im Handyladen. Doch nachdem diese drei Stunden später eigentlich freigeschaltet werden sollte, funktioniert nichts. Den nächsten Tag hatten wir eigentlich komplett an unserem schönen Campingplatz verbringen wollen, doch so müssen wir noch ein drittes Mal zu dem Shop in den Ort fahren. Die Fahrt dauert wegen eines Unfalls dann auch länger, als es dauert die Karte freischalten zu lassen. Wir beschließen all unsere Erledigungen auf Kolkata zu verschieben, in der Hoffnung, dass wir in der Stadt eine gute Unterkunft und eine Waschmaschine finden. Dann gönnen wir uns wirklich noch einen Tag Ruhe, bevor wir aufbrechen.

Batasia Loop

 

Doch bevor wir am folgenden Tag tatsächlich bergab fahren, schauen wir uns noch den Batasia Loop an. Hier verlaufen die Gleise des Darjeeling Toy Train spiralförmig einen Hügel hinauf. Bevor der Zug kommt, ist hier Markt. Und die Verkäufer nutzen die Gleise um ihre Waren auf selbstgebastelten Rollbrettern darauf zu transportieren. Wir erzeugen unter den indischen Touristen Aufmerksamkeit und sollen wieder einmal für Selfies herhalten. Doch inzwischen haben wir uns längst abgewöhnt dazu immer ja zu sagen. Wie viele Bilder inzwischen von uns seit Iran (wo der Selfie-Wahn seinen Anfang genommen hatte) im Internet kursieren, könnten wir aber auch gar nicht sagen, da vor allem die Inder oft einfach Fotos machen, ohne vorher zu fragen. Nachdem dann der Zug einrollt, gilt ihm jedoch die ganze Aufmerksamkeit. Als er dann auch noch anhält, laufen alle Inder wie verrückt zu der Lock, um Bilder mit ihr zu machen. Ich bekomme innerhalb einer Minute starke Kopfschmerzen. Die riesengroße schwarze Dieselrauchwolke, die die Lock ausstößt ist nicht gerade gesundheits- und umweltfreundlich.

Auf der Abfahrt vom Berg erfahren wir, dass wir nicht mehr durch den Ort mit der steilen Straße müssen. Die Bauarbeiten sind beendet. Überraschenderweise ist der Hang an dieser Stelle dennoch so schmal, dass wir einige Meter auf den Gleisen des Toy Train fahren müssen.

 

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s