Annapurna Circuit in 20 Tagen – Teil 4: Siri Kharka (Manang) über Thorong La Pass bis Ranipauwa

Die Überquerung des Thorong La Passes auf 5416 Metern über dem Meer ist der Höhepunkt des Annapurna Circuit in Nepal. In der Nacht bevor wir ihn erreichen fällt Neuschnee. Ob wir den Pass trotzdem wie geplant überqueren konnten, lest ihr hier.

Hier geht es zu Teil 1, 2 und 3 der Tour: Von Pokhara bis Besisahar, von Besisahar bis Manang und von Manang über Tilicho Basecamp und Tilicho See bis Siri Kharka.

16. Tag: Siri Kharka bis Thorong Phedi

Der Tag beginnt wieder mit Sonnenschein. Wir freuen uns, dass es von Siri Kharka eine Alternativroute zurück auf den Hauptweg in Richtung Thorong Phedi gibt und wir nicht nach Manang zurücklaufen müssen. Wir laufen einfach den halben Tag auf der anderen Talseite als alle Trekker, die aus Manang kommen. Die Landschaft ist sehr grün mit vielen Büschen und es ist wenig los. Wir treffen immer wieder auf das spanische Pärchen und die zwei Jungs. Irgendwann müssen wir 300 Höhenmeter steil absteigen und auf einer Hängebrücke die Talseite wechseln. Dort stoßen wir auf ein kleines Restaurant mit Sonnenterrasse und kehren für ein zweites Frühstück ein. Auch die anderen vier gesellen sich zu uns und wir bestellen Capati Brot, Eier, Yak-Käse und Sandornsaft. Das Essen schmeckt richtig gut. Mit vollem Bauch steigen wir jetzt alle zum Haupttrail auf und stoßen wieder zu den vielen anderen Trekkern auf dem Weg in Richtung Thorong La. Zu Mittag essen wir mit Käse überbackene Spaghetti mit Tomatensoße in einem Gästehaus in Yak Kharka.

 

Anschließend steigen wir noch weitere 500 Höhenmeter auf. Das Wetter wird zunehmend schlechter und als wir Thorong Phedi erreichen, fällt der erste Schnee des Tages. In der Unterkunft ist richtig viel los. Wir haben uns entschieden die Etappe von Siri Kharka bis hier an einem Tag zu machen, um den Thorong La Pass noch vor angekündigtem Schlechtwetter in den Tagen danach zu überschreiten. Wir fachsimpeln noch mit „unserer Truppe“ über das Wetter und die beste Startzeit für die Passüberquerung am folgenden Tag. Zum Abendessen gibt es Auberginen-Moussaka und Nudeln. Die Preise in der Speisekarte sind der Abgeschiedenheit angepasst in der wir uns nun befinden. Vor dem Pass gibt es nur noch ein weiteres Gästehaus, das High Camp, indem alle übernachten, die sich den Aufstieg am Morgen weiter verkürzen wollen. Dieses Gästehaus liegt dann aber auch schon auf 4900 Metern über dem Meer und an erholsamen Schlaf ist bei der Höhe laut Erfahrungsberichten wohl nicht mehr zu denken. Wir hingegen schlafen in unserem kalten Zimmer überraschenderweise ziemlich gut. Noch vor 20 Uhr sind wir im Bett, der Wecker steht auf 5 Uhr. In der Nacht steht Eini auf, um auf die Toilette zu gehen, dabei wirft er einen Blick nach draußen. Man sieht keine zehn Meter weit.

Tagesbilanz: 19 Kilometer, 1100 Höhenmeter, Zeit mit Pausen: 8 Stunden
Übernachtungshöhe: 4520 Meter über dem Meer

 

17. Tag Von Thorong Phedi über den Thorong La Pass bis Ranipauwa

Als wir aufstehen ist der Himmel überraschenderweise sternenklar und Wolken sind nicht zu sehen. Um viertel nach fünf Uhr sitzen wir vor unserem Apfelporridge. Aufgeregt starten wir im Anschluss den Aufstieg. Damit sind wir zwar lange nicht die einzigen, aber die Gruppe zieht sich auf dem Weg nach oben doch sehr auseinander, so dass es beim Laufen nicht stört, hier nicht allein zu sein. Der Weg ist schneebedeckt aber griffig. Der Anstieg zum High Camp ist sehr steil und wir laufen uns in gemütlichem Tempo warm. Dabei treffen uns auch schon bald die ersten Sonnenstrahlen. Das High Camp erreichen wir unerwartet schnell. Wir suchen uns eine windgeschützte sonnige Stelle und machen eine kurze Pause. Auch der restliche Anstieg läuft sehr geschmeidig. Obwohl ich mich am Vorabend sehr müde gefühlt habe, bin ich heute ziemlich fit. Auch Eini ist gut gelaunt und so laufen wir eine weitere Dreiviertelstunde bis wir ein Teehaus erreichen. Hier gönnen wir uns Tee zu einem Preis, über den wir hier besser nicht schreiben. Aber er tut uns sehr gut. Wir genießen die Landschaft und die Ausblicke, die wir beim Aufstieg leider hauptsächlich im Rücken haben.

 

Auf einem Blog hatte ich gelesen, dass man das Gefühl bekommen würde hier nie anzukommen und viele Erhebungen einem Vorgaukeln, dass der Pass vor einem liegt und dann ist er es doch nicht. So geht es mir bei dem Aufstieg überhaupt nicht. Nach weiteren 200 Höhenmetern haben wir den Pass auf 5416 Metern über dem Meer erreicht. Wir haben drei Stunden gebraucht und ich bin verwundert. Wir haben wohl einen fitten Tag. Am Pass ist es ein bisschen windig, aber hier oben ist ausreichend Platz, also haben die Nepalesen es sich nicht nehmen lassen ein weiteres Teehaus zu eröffnen. Zusammen mit unseren Trekkingfreunden der vergangenen Tage trinken wir den teuersten Tee und die teuerste heiße Schokolade unseres Lebens am höchsten Punkt an dem wir je waren. (Während unseres 4-wöchigen Treks im Everestgebiet einen Monat später, haben wir diese Höhe dann aber noch ein paar Mal getoppt).

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Nach einer Weile machen wir uns an den anstrengendsten Teil der Etappe: 1700 Meter Abstieg liegen vor uns bis wir das Dorf Muktinath erreichen. Das erste Drittel des Weges vom Pass ist noch komplett schneebedeckt und lässt sich angenehm und zügig absteigen. Leider schmilzt der Schnee aber durch die Wärme und es wird immer rutschiger. An einem Steilstück nutze ich meine Regenhose als Schlitten. Eini setzt sich dann zwar auch auf den Hintern, aber nicht freiwillig. Leider ist der Spaß nur von kurzer Dauer und der Weg nach unten ist von nun an eine Qual und sehr anstrengend. In der Matsche nicht auszurutschen oder umzuknicken strengt an. Nach 1200 Tiefenmetern kommt dann erst einmal Erlösung. Hier haben sich mehrere Gästehäuser am Hang angesiedelt und wir treffen zum Mittagessen wieder mit den anderen zusammen. Zuerst genießen wir noch einen Moment die Sonne, doch bald wird es auf der Terrasse windig und ungemütlich. Der Aufbruch lässt sich nicht mehr hinausschieben. Doch der restliche Abstieg ist zum Glück schneefrei und flacher, so dass wir es mehr genießen können.

 

Muktinath stellt sich als eine Ansammlung von Pilgerunterkünften und Tempeln heraus. Wir laufen direkt in das benachbarte Ranipauwa weiter. Die Entscheidung für ein Gästehaus fällt uns nicht ganz so leicht. Wir warten auf die Spanier, die aber heute schon mit einem Jeep-Taxi nach Pohkhara zurückfahren wollen, da sie nur für einen zwei Wochen langen Urlaub in Nepal sind. Also tun wir uns mit den beiden Jungs zusammen und gehen in eine Unterkunft, die von Russen geführt wird und von der ich eine gute Bewertung gelesen hatte. Die Zimmer sind gemütlich aber teuer und die vielfältig wirkende Speisekarte ist es am Ende doch nicht allzu sehr. Wir hatten uns auf etwas Abwechslung von der Nepalesischen gefreut. Noch dazu ist die Auffassungsgabe der Gastgeberin ein wenig langsam und so dauert es, trotz kaum anderer Gäste, zwei Stunden, bis wir alle Abendessen bekommen und dann auch nicht unbedingt was wir bestellt haben. Amüsiert und frustriert zugleich gehen wir ins Bett.

Tagesbilanz: 19 Kilometer, 1000 Höhenmeter, 1800 Tiefenmeter,
Zeit mit Pausen: 10 Stunden
Übernachtungshöhe: 3700 Meter über dem Meer

Gesamtstrecke Annapurna Circuit Abschnitt Siri Kharka bis Ranipauwa: 2100 Höhenmeter und 38 Kilometer

 

 

 

 

 

2 Kommentare zu „Annapurna Circuit in 20 Tagen – Teil 4: Siri Kharka (Manang) über Thorong La Pass bis Ranipauwa

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