Mountainbike-Tour zum Kloster Namobuddha in Nepal

Wir campen auf einem Hügel oberhalb des Ortes Dhulikel. Nicht weit entfernt liegt das tibetische Kloster Namobuddha und wir beschließen mit den Mountainbikes hinzufahren. Was als Tagesausflug gedacht ist, wird unsere trailreichste Tour in Nepal.

Wir haben die Nacht mit Mr. Turtle auf einem Bergrücken in der Nähe des Kali-Tempels bei Dhulikel verbracht. Von dort starten wir die Tour zum tibetischen Kloster Namobuddha. Wir erwarten kaum Trails und wollen die Bikes eher als Mittel zum Zweck der Fortbewegung nutzen. Doch schon nach nur ein paar Kilometern landen wir bereits auf einem Trail. Über 180 Tiefenmeter geht es abwechselnd flowig, aber auch technisch hinab in das kleine Dorf Khavre. Wir freuen uns wie kleine Kinder über die gelungene Abfahrt.

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Der erste unerwartete Trail.

In Khavre queren wir eine viel befahrene Landstraße, um auf der anderen Seite wieder bergauf zu fahren. Obwohl es nur 250 Höhenmeter sind, zieht sich die Straße unendlich lang den Berghang entlang. Vom höchsten Punkt können wir dann aber sogar den Bergrücken sehen, auf dem Mr. Turtle parkt. Wir verlassen die Straße und folgen einem wunderschönen Trail – bereits der zweite auf der Runde (!) – am Waldrand einen Hang entlang. Der Trail führt uns etwa einen Kilometer vor dem Kloster wieder aus dem Wald. Nach einem kurzen Anstieg auf Asphalt bei dem wir schon die ersten bunten Gebetsfahnen zwischen den Bäumen entdecken, stehen wir dann auch schon am Fuße des Tempels. Namobuddha wurde direkt auf den Berghang gebaut.

Das Kloster Namobuddha

Der Tempel ist einer der drei heiligsten tibetischen Wallfahrtsorte südlich des Himalaya. Vor dem großen Klosterkomplex müssen wir uns erst einmal orientieren. Uns fallen mehrere Schilder auf, die den Eintritt verbieten und wir sind verwirrt. Das Kloster soll man eigentlich besichtigen können. Und wir entdecken auch Touristen, die in der Anlage herumlaufen. Wir fragen einen der Mönche nach dem Weg. Er zeigt uns, über welche der Treppen wir hineingehen dürfen. Und so schließen wir die Bikes mit dem mitgebrachten Schloss ab und machen eine ausgedehnte Tour über das Klostergelände. Dabei schauen wir auch die beeindruckende bunte Meditations- und Studierhalle an. Da leider gerade eine geführte Reisegruppe in der Eingangstür steht halten wir uns an das Kameraverbot und machen keine Fotos. Schade eigentlich. Anschließend gehen wir im Klostercafé Mittagessen.

Viele Trails auf dem Weg nach Dhulikel

Gestärkt machen wir uns an die Rückfahrt. Wobei das nicht ganz stimmt, denn wir  wollen nicht den gleichen Weg zurücknehmen, den wir gekommen sind. Einen Weg, den wir aber nun eigentlich auf der Karte eingeplant hatten, scheint es nicht mehr zu geben – oder er ist ziemlich zugewuchert. Also bleiben wir auf der Jeepstraße und biegen erstmal falsch ab. Doch wir bemerken unseren Irrtum nach etwa 50 Tiefenmetern und treten wieder hoch. Als wir auf die andere „Straße“ abbiegen, sind wir überrascht: Nach wenigen Metern wird der Weg schmaler und der Trail wird so schön, dass wir uns lieber noch einmal halten und Knieschoner anziehen. Viel zu Schnell ist der Spaß dann auch wieder vorbei. Und so rollen wir gemütlich durch ein grünes Tal mit Ackern und einem sehr verlassen wirkendem Ort mit einigen leerstehenden Häusern.

Wir biegen bald auf einen kleinen Seitenpfad ab und fahren wieder bergauf. Ein Einheimischer sieht uns und fragt, wo wir hinfahren. Dort sei doch keine richtige Straße, erwidert er auf unsere Antwort und schüttelt den Kopf. Wir finden das ziemlich gut. Und so folgen wir eine Weile einem Jeepweg erst bergauf und dann viele Kilometer den Hang entlang. Dann landen wir tatsächlich noch einmal auf einem Trail. Dieser führt zu der Landstraße hinunter, die wir anfangs überquert hatten.

Wieder in Khavre, stellen wir fest, dass unser Wasser aufgebraucht ist. Wir wollen unsere Trinkflaschen an einem Brunnen auffüllen, doch der ist trocken. Erst jetzt fällt uns auf, was für einen staubigen und ausgetrockneten Eindruck das ganze Dorf macht. Hier gibt es um diese Jahreszeit kein Wasser und die Einheimischen müssen mit einem Tankwagen versorgt werden. Wir haben keine Wahl und kaufen Wasser in Plastikflaschen. Anschließend machen wir uns an den letzten Anstieg bevor wir wieder bei Mr .Turtle ankommen. Plötzlich spricht uns eine nepalesische Bäuerin an. Wir verstehen kein Wort. Sie fuchtelt mit einem Stock auf dem Boden herum und erst als wir anhalten sehen wir, dass sie damit anscheinend gerade eine Schlange totgeschlagen hat und uns wohl warnen wollte aufzupassen. Wir fahren langsam bergauf und kommen erschöpft aber glücklich bei Mr. Turtle an.

Dort genießen wir einen entspannten Abend mit Blick auf den Sonnenuntergang. Unsere letzte Tour in Nepal, die erste und einzige, die wir hier komplett ohne den Tourenführer geplant haben, war ein voller Erfolg.

Tourenbilanz: 23 Kilometer und 800 Höhenmeter.
Sehr abwechslungsreiche Tour mit Sightseeing vom Namobuddha Kloster. Wir hatten keine Erwartungen und sind mit einer tollen Tour mit hohem Trailanteil belohnt worden. Das Höhenprofil erinnert ein wenig an Touren in deutschen Mittelgebirgen.

Tourentag: 20. April 2018

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