Der 3-Pässe-Trek in 26 Tagen – Teil 1: Von Jiri nach Surke (Lukla) in 6 Tagen

Das bisher größte Outdoor-Abenteuer der Reise: In Nepal laufen wir die traditionelle Tenzing-Hillary Route mit Start in Jiri und der Überquerung des Lamjura La, verbinden sie mit der Drei Pässe Tour die uns über Kongma La, Renjo La und Cho La führt, machen einen Abstecher zum Everest Base Camp und besteigen den Gokyo Ri. Von Namche Bazar aus folgen wir unseren eigenen Spuren zurück nach Jiri zu Mr. Turtle.

Mr. Turtle haben wir in Jiri geparkt. Hier geht es zum Beitrag.

Übersicht:

  1. Tourentagebuch Tage 1 bis 6 von Jiri bis Surke.
  2. Hintergrundgedanken zu den Maultierkarawanen.
  3. Tipps und Zusatzinfos zur Tour.
  4. Welche Permits braucht man für die Tour?

Tourentagebuch

Tag 1: Jiri bis Deurali

Nach der Übernachtung in Jiri starten wir am frühen Morgen unsere erste Etappe. Schritt für Schritt geht es auf einem viel begangenen Wanderweg durch den Wald bergauf zu einem kleinen Pass. Während sich die schweren Rucksäcke während der ersten Meter noch wie klobige Fremdkörper anfühlen, kommen uns freundlich grüßende Schulkinder leichtfüßig bergab entgegen gesprungen. Wir passieren kurz darauf eine Siedlung, in der noch viele Menschen in einfachen Wellblech-Hütten leben. Das schwere Erdbeben von 2015 hat in der Region viele Häuser zerstört. Vom Pass aus steigen wir in ein Flusstal herab. Der Weg verläuft dabei immer wieder durch Siedlungen und Felder. Um uns herum blüht der Rhododendron. Über eine Brücke queren wir den Fluss und erreichen kurz darauf Shivalaya.

Way to Everest
Auf der Tenzing-Hillary Route unterwegs zum Everest Base Camp.

Um dort hinzukommen, müssen wir den Fluss noch einmal queren und stehen dann direkt zwischen zwei Gästehäusern. Es ist gar nicht so einfach sich für eines zum Mittagessen zu entscheiden, denn beide Besitzerinnen haben uns entdeckt und versuchen uns nun uns mit werbenden Worten zu sich zu locken. Leider starten nicht mehr viele Trekker in Jiri oder Shivalaya, was es offensichtlich schwierig macht, hier noch vom Tourismus zu leben. Wir bestellen Chowmein mit Gemüse, Kürbissuppe und Chapati mit Käse und bereiten uns mental auf einen weiteren Anstieg vor.

 

Nach dem Essen laufen wir zügig durch den Ort. Wir wollen möglichst unbemerkt am Checkpoint der Gaurishankar Conservation Area vorbeikommen, denn wir wollen das Permit nicht kaufen. Mehr dazu am Ende des Textes. Der Checkpoint dafür liegt jedoch direkt an der Hauptstraße. Doch wir haben Glück, die Officer sitzen wohl gerade beim Mittagessen und bemerken uns nicht. Direkt am Ortsausgang beginnt dann auch schon der steile Anstieg. Das die Nepalesen immer den direktesten und steilsten Weg nach oben bevorzugen, haben wir schon während unserer Tour von Pokhara nach Besisahar gelernt. Verstehen können wir es nicht. Nach etwa einer Stunde haben wir das steile Stück geschafft. Dafür fängt es plötzlich an zu regnen und wir können die Regenklamotten gar nicht schnell genug herausholen, da sind wir auch schon nass. Nach dem Anstieg schlägt jetzt auch noch das Wetter auf die Stimmung. Und auch die nächsten zwei Stunden geht es hauptsächlich bergauf und es wird immer nebeliger. Als wir den Deurali Pass erklimmen, geht dort auch noch ein starker Wind. Wir erreichen das Gästehaus gerade rechtzeitig. Kaum haben wir uns ins Innere gerettet, bricht ein Starkregen aus.

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Unterwegs durch die Dörfer zwischen Jiri und Shivalaya

Außer uns ist noch ein älterer russischer Trekker in der Unterkunft. Er ist auf dem Rückweg, heute war sein letzter Wandertag und er will sich am Morgen mit einem Jeep-Taxi nach Kathmandu zurückfahren lassen. Seinen Abschlussabend beschließt er, ganz nach russischer Manier, mit einer großen Menge Alkohol. Noch ahnen wir nicht, dass er im Nachbarzimmer schlafen wird. Wenig später im Bett wache ich sofort auf, als er auf der anderen Wandseite polternd ins Bett fällt. Keine Minute später fängt er lautstark zu schnarchen an. Die Wand ist so dünn wie mein Nervenkostüm nach diesem Tag. Eini schlägt ein paarmal dagegen, aber das hat nur wenig Einfluss auf den tiefen Schlaf unseres russischen Nachbarn. Unten im Haus ist niemand mehr zu finden und so können wir auch nicht nach einem anderen Zimmer fragen. Ich stecke meine Kopfhörer in die Ohren und hoffe, dass mich die Erschöpfung irgendwann nicht mehr wachhält, sondern schlafen lässt. Doch um die Situation perfekt zu machen, spielt um Mitternacht auch noch jemand in der Nachbarschaft plötzlich laute Musik.

Tagesbilanz: 17 Kilometer, 1500 Höhenmeter, Zeit mit Pausen: 8 h 30 min
Heute haben wir auf 2700 Metern über dem Meer übernachtet.

Tag 2: Deurali bis Sete

Uns sind nur wenige Stunden Schlaf vergönnt, denn der Russe steht am Morgen auch noch ein paar Stunden vor uns auf und geht dabei kaum leiser als in der Nacht vor. Beim Frühstück fühle ich mich gerädert. Vor uns liegt zwar zunächst nur der Abstieg vom Deurali Pass, doch es stellt sich heraus, dass auch hier eine neue Jeep-Straße gebaut wurde. Der Fußweg kürzt jetzt nur noch die langen Serpentinen ab. Es geht steil herunter, immer wieder kreuzen wir die sandige Straße. Das macht keinen Spaß. Erst ab dem Ort Bhandar laufen wir wieder auf Wiesentrails. Der Weg führt eine Weile abfallend den Hang entlang und wir haben eine schöne Aussicht auf das Tal.

 

Schließlich steigen wir nach Kinja ab. Der Weg zieht sich. Zwölf Kilometern nach Deurali erreichen wir müde und hungrig die ebenfalls neu aussehende Jeep-Straße vor Kinja. Am Ortseingang kehren wir erschöpft bei einem kleinen Restaurant ein, doch wir bekommen hier nur eine Mini-Portion Instantnudeln. Das zweibeliebteste Essen der Nepalesen, nach Dal Bhat. Also laufen wir noch zu einem Gästehaus weiter und bestellen uns Apfel-Pie. Wir müssen lange warten. Der Instant-Kaffee, der mich fit machen soll schmeckt natürlich nicht und der Apfel-Pie ist winzig. Dazu ist beides wahnsinnig überteuert. Uns reicht es und wir ziehen weiter. Genau da fängt es wieder an zu regnen. Und es geht wieder steil bergauf. Zum Glück sind wir nach der Pause fit und der Regen lässt bald nach. Wir brauchen zweieinhalb Stunden bis zu der kleinen Bergsiedlung Sete. Die heiße Eimerdusche tut gut und es gibt es ein leckeres großes Abendessen: Rösti mit Spiegelei und Käse überbacken. Das sehr gemütliche Bett ist ein Segen nach der letzten Nacht. Und da wir die einzigen Gäste sind, schläfert uns die Stille bald ein.

Tagesbilanz: 18 Kilometer, 1200 Höhenmeter, Zeit mit Pausen: 9 h 30 min
Heute haben wir auf 2560 Metern über dem Meer übernachtet.

Tag 3: Sete über Lamjura La bis Junbesi

Als wir am Morgen das Gästehaus verlassen, hat es gerade aufgehört zu regnen. Wir setzen den steilen Aufstieg vom Vortag fort und kurz darauf entdecke ich zwei Rote Pandas. Leider bemerken sie auch uns und flüchten in die Büsche. Kurz darauf begegnen wir zwei israelischen Trekkern, die erzählen, dass sie seit mehreren Wochen den Great Himalayan Trail laufen. Der Weg führt durch einen Wald voll mit Moos und blühendem Rhododendron. Wir erreichen einen kleinen Hof und entdecken ein Schild mit der Aufschrift „Yak cheese“. Die Bäuerin ist gerade da und wir erstehen ein Stück Käse. Ihr süßer Hundewelpe gesellt sich zu uns. Er ist ziemlich mager und wir werfen ihm den Käserand zu, den er gierig frisst. Als wir weiterlaufen folgt er uns ein weites Stück den steilen Hang hinauf, obwohl er mit seinen kurzen Beinen große Mühe hat die Absätze im Wald hinaufzuklettern. Wir versuchen ihn mit Worten zurückzuscheuchen, aber er folgt uns immer weiter. Als ich schon überlege, ihn wieder hinunterzutragen, verschwindet er auf einmal. Inzwischen ist es kalt geworden. Über uns fliegen, wie am Vortag auch schon, immer wieder Hubschrauber und Flugzeuge. Der Flugverkehr zwischen Kathmandu und Lukla hat offensichtlich gerade Rushhour. Den größten Teil vom Anstieg haben wir geschafft. Etwa drei Kilometer vor dem Pass erreichen wir das einzige offene Gästehaus. Wir setzen uns zu der nepalesischen Familie in die Küche an den warmen Ofen und trinken heiße Zitrone, während sie für uns Nudeln kochen.

 

Nach dem Essen führt der Weg zum Lamjura La auf 3530 Metern nur noch leicht ansteigend den Hang entlang. Als wir den Pass erreichen ist sogar die Wolkendecke aufgerissen und wir haben etwas Aussicht ins Tal. Wir befinden uns jetzt genau unter der Flugroute nach Lukla und sind vom Lärm der Motoren etwas genervt. Aber wir können uns inzwischen vorstellen, was ab Lukla auf den Wanderwegen los sein muss.

 

Der Abstieg vom Pass ist glücklicherweise nicht sehr steil und die ersten 200 Tiefenmeter führen durch einen schönen Wald. Als wir den Talschluss erreichen und uns umdrehen, ist der Pass bereits wieder in einer großen Wolkendecke verschwunden. Wir laufen an ein paar verstreuten Höfen vorbei und entdecken sogar eine Wandergruppe, die hier ihre Zelte aufgeschlagen hat. Der Weg führt eine ganze Weile über viele Wurzeln und Steine. Wir lenken uns mal wieder mit einem Hörbuch von der aufkommenden Müdigkeit ab. Dann erreichen wir endlich unser Ziel Junbesi. Wir kehren noch im ersten Gästehaus direkt vor dem eigentlichen Ort ein und sind wieder die einzigen Gäste. Ich esse lecker gewürztes Gemüsecurry mit Kartoffelbrei. Nur von Einis Abendessen: Spaghetti mit Tomatensoße, können wir hier leider nur abraten. Zum Nachtisch gibt es eine große Portion köstlich schmeckenden Apfelstrudel mit Vanillesoße! Da heute Einis Geburtstag ist, wollen wir eigentlich noch anstoßen, doch leider ist der lokale Schnaps gerade aus. Und wir trinken, wahrscheinlich auch besser für uns, wiedermal Tee.

Tagesbilanz: 15 Kilometer, 1100 Höhenmeter, Zeit mit Pausen: 9 h 15 min
Heute haben wir auf 2760 Metern über dem Meer übernachtet.

Tag 4: Junbesi bis Nunthala

Vom Gästehaus steigen wir nach Junbesi ab, queren den Fluss – auch hier wird eine neue Straße gebaut – und steigen im Wald auf der anderen Seite wieder bergauf. Bald erreichen wir einen Wiesenhang mit Aussicht auf das Tal und den Lamjura La. Sogar die Sonne lässt sich kurz blicken. Doch dann ziehen die Wolken auch schon wieder zu. In der Papierkarte ist ein „Everest Aussichtspunkt“ eingezeichnet. Doch die Wolkendecke scheint darüber nur zu lachen. An einem Käseshop machen wir Rast. Leider ist es sehr windig und es fängt an zu tropfen. Schnell ziehen wir die Regensachen an. Der Regen lässt zum Glück nach einer Viertelstunde nach und wir steigen zum Fluss ab und zum Ort Ringmo auf der anderen Seite wieder auf. Während wir dort Mittagessen und ein wenig frösteln, regnet es wieder stärker. Der Weg zum Taksindu La auf 3070 Metern über dem Meer ist sehr anstrengend und der anschießende Abstieg führt immer steiler, matschiger und rutschiger werdend, immer noch durch den Regen bergab. Unterwegs treffen wir auf ein paar Trekkerinnen, die gerade auf dem Rückweg aus den Bergen sind.

 

Erschöpft erreichen wir Nunthala. Am Ortseingang steht eine große Maultierherde in einem Paddock. Sie sind Vorboten von dem, was uns in den nächsten zwei Tagen auf dem Weg bevorsteht. Doch noch ahnen wir nichts. Wir sind erstmal überrascht im Ort andere Trekker zu entdecken. Später erfahren wir von einem Franzosen und Spanier im Gästehaus, dass viele Trekker, die nicht nach Lukla fliegen, ihre Tour in Salleri beginnen, da man bis dort auch mit dem Jeep-Taxi fahren kann. Wir haben von dieser Option gar nichts gewusst und überlegen, ob wir wohl mit Mr. Turtle dorthin gekommen wären. Doch eigentlich wollen wir die ersten drei Tage nicht missen, denn wir haben die Natur genossen und die Trails für uns allein gehabt. Doch erst, nachdem wir die kommenden zwei Tage erlebt haben, sind wir richtig froh, ab Jiri so einen schönen Start in die Tour gehabt zu haben.

Tagesbilanz: 20 Kilometer, 900 Höhenmeter, Zeit mit Pausen: 10 Stunden
Heute haben wir auf 2200 Metern über dem Meer übernachtet.

Tag 5: Nunthala bis Kharikola

Ich fühle mich am Morgen nicht gut, hoffe aber, dass nichts weiter dahintersteckt. Wir stehen erst um acht Uhr auf und lassen den Morgen gemütlich angehen. Es regnet in Strömen. Als wir anderthalb Stunden später losgehen hat es zum Glück aufgehört. In der ersten Tageshälfte müssen wir 700 Meter absteigen. Immer wieder müssen wir dabei minutenlang ausharren und die langen Maultierkarawanen auf den schmalen Wegen vorbeilassen. Der Weg ist steil und durch die Ausscheidungen der Tiere schlammig und rutschig. Außerdem stinkt es nach Scheiße und Urin. Unser Trekkingspaß bekommt einen großen Knick. Und dass aus dem Grund, weil die Touristenmassen in den Bergen von den Maultieren versorgt werden müssen. Sie transportieren Gasflaschen, um Essen zu kochen und heiße Duschen zu ermöglichen und allerlei Lebensmittel. Wer direkt nach Lukla fliegt, bekommt zwar auch noch Maultierkarawanen zu Gesicht, doch sind die Wege von dort, vermutlich auch wegen der intensiveren Instandhaltung, in einem wesentlich besseren Zustand.

Weiterführende Gedanken zu den Maultiertransporten am Ende des Textes.

 

Während wir uns unter diesen Bedingungen bergab quälen, geht es mir schlechter. Neben Gliederschmerzen plagen mich nun auch noch Bauch- und Kopfschmerzen. Ich nehme eine Schmerztablette. Kurz darauf entdecke ich einen Blutegel an meinem Bein. Zum Glück können wir ihn mit Desinfektionsmittel schnell loswerden. Wir überqueren den Fluss am tiefsten Punkt der Etappe auf 1500 Metern über dem Meer. Den nächsten Aufstieg unterbrechen wir zum Essen. Kaum sitzen wir, gibt es mal wieder einen Wolkenbruch. Wir machen gezwungenermaßen eine ausgedehnte Mittagspause, bei der ich aber nur etwas Chapati Brot herunterbekomme. Wir überlegen, die Tour für heute abzubrechen, damit ich mich ins Bett legen kann, aber die Gastgeberin, die eventuell unsere Situation ausnutzen will, verlangt zuviel Geld für das Zimmer. Das Angebot verleiht mir kurzzeitig neue Kräfte und ich schleppe mich noch, überraschend zügig, die 450 Höhenmeter bis Kharikola hinauf. Dort falle ich nach der heißen Dusche sofort ins Bett und stehe nur noch für eine Suppe wieder auf.

Tagesbilanz: 11 Kilometer, 600 Höhenmeter, Zeit mit Pausen: 7 h 45 min
Heute haben wir auf 2020 Metern über dem Meer übernachtet.

Tag 6: Kharikola bis Surke

Mir geht es am Morgen wieder etwas besser. Dann müssen wir allerdings erstmal 1000 Höhenmeter aufsteigen. Es läuft relativ gut, doch leider ist der Weg wieder zugeschissen und der Gestank begleitet uns auch heute den ganzen Tag. Als wir den kleinen Pass erreichen, hoffen wir auf ein Mittagessen. Doch die Gaststube sieht duster und ungemütlich aus und es gibt nur Dal Bhat, worauf wir jetzt gar keine Lust haben. Also laufen wir weiter und es fängt an zu regnen. Bis zum nächsten Ort Paiya (Chutok) brauchen wir dann aber noch eine Stunde. Kurz davor stoßen wir auf eine Baustelle. In mühsamer Handarbeit legen die Arbeiter den Weg mit Steinen aus. Während wir Mittagessen ist keine Wetterbesserung in Sicht.

 

Als wir trotzdem beschließen aufzubrechen, hört der Regen überraschenderweise doch noch fast ganz auf. Das bleibt zwar nicht so, aber immerhin wird es nicht mehr schlimmer. Dafür ist der Abstieg auf dem Weg wieder ziemlich hässlich. Wir trösten uns darüber ein bisschen mit der ersten Aussicht auf hohe Berge hinweg, die plötzlich zwischen den Wolken auftauchen. Wir brauchen noch eine Weile, bis wir in Surke ankommen. Trotz Trekkingstöcken schmerzen meine Knie und heute auch die Schultern. Als wir gerade in der lang ersehnten Dusche stehen, geht die Gasflasche leer und wir müssen auf heißes Wasser für eine Eimerdusche warten. In dem Gästehaus ist viel los, doch alle sind auf dem Rückweg nach Salleri. Nach vielen Unterhaltungen wird es an diesem Abend spät, bis wir schlafen können.

Tagesbilanz: 19 Kilometer, 1200 Höhenmeter, Zeit mit Pausen: 10 Stunden 
Heute haben wir auf 2300 Metern über dem Meer übernachtet.

Gesamtstrecke Jiri bis Surke: 6500 Höhenmeter und 100 Kilometer
Tourendatum: 26. April bis 1. Mai 2018

 

Gedanken zu den Maultieren:

Auf dem Weg von Nunthala nach Surke sind wir sehr vielen Maultierkarwanen begegenet. Schon bei der Herde im Paddock von Nunthala konnte man auf jedem Rücken zwischen der eigentlichen Fellfarbe weiße Flecken erkennen, die Folge von Druckstellen. Auf dem Trail sind uns immer wieder Tiere entgegengekommen, die angeschwollene Eiterbollen im Gurtbereich hatten, teilweise waren es offene blutrote Wunden. Manche Tiere hatten im Fesselbereich dicke runde Bollen, von nicht richtig ausgeheilten Verletzungen. Ein paar hatten krumme Fesselgelenke, ein Tier ging auf einem Vorderbein so lahm, dass es Mühe hatte, auf dem steilen Weg überhaupt weiterzulaufen. All dieses Tierelend zu sehen, hat uns traurig gestimmt. Wir haben einmal versucht die Maultiertreiber anzusprechen, aber sie können kein Englisch. Stattdessen laufen sie ja noch hinter den Tieren her und treiben sie mit Stöcken an. Nur ganz selten haben wir hier auf Hin- und Rückweg Ausnahmen gesehen, bei denen wir das Gefühl hatten, dass die Tiere einen etwas gepflegteren Eindruck gemacht haben und der Stock nicht ständig grundlos auf den Hinterteilen gelandet ist. Das Mitführen eines Wasserfilters, um zumindest unnötige Trinkwassertransporte zu vermeiden ist das Mindeste was man machen kann, um diese Praxis zu reduzieren. Auch sollte man immer nur soviel zum Essen bestellen, wie man auch tatsächlich isst. Leider haben wir auch das Gegenteil erlebt. Auf „Luxusgüter“ wie Softgetränke, Schokoriegel und andere, die man nicht selber mitbringt, sollte man unterwegs verzichten.

Noch ein Gedanke zum Flugverkehr von Kathmandu nach Lukla:
Tagelang sind wir auf dem Weg in die Berge Zeuge des immensen Flugverkehrs geworden. Natürlich verstehen wir, dass nicht jeder so viel Zeit hat, die weite Strecke hineinzulaufen. Dennoch beschäftigt uns dieser Gedanke: Da wollen wir Menschen in die Natur und kümmern uns nicht um Luftverschmutzung und Tierleid, was wir dabei verursachen. Schreibt uns gerne eure Meinung zu dem Thema als Kommentar!

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Tipps und Zusatzinfos zur Tour:

Wieso es im Himalaya Rösti und Apfelstrudel gibt? Ein schweizerischer Trekkingreiseanbieter hat mit manchen Hütten Kooperationen und in diesem Zusammenhang Kochfortbildungen durchgeführt.

Tipp Junbesi: Wer in der Gegend Tagestouren machen möchte, hat von Junbesi aus die Möglichkeit zu einem Kloster oder zum Piky Peak aufzusteigen.

Hörbuchtipp: Der „Herr aller Dinge“ von Andreas Altmann, hat uns im Himalaya begleitet.

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Für die Drei Pässe Tour und die Tour zum Everest Basecamp ab Jiri/ Shivalaya braucht man offiziell zum Zeitpunkt unserer Tour im April/ Mai 2018 folgende Permits:

  1. Permit für den Sagarmatha Nationalpark: Dieses muss bereits in Kathmandu beim Touristenbüro gekauft werden. Kosten: 3390 Nepalesische Rupien (inkl. Steuern), umgerechnet 27 Euro. (Kursstand: 12.09.18)
  2. Man braucht keine TIMS-Karte, wie für den Annapurna Circuit, stattdessen bezahlt man seit Oktober 2017 an einem Holzunterstand im Wald, kurz vor Namche Bazar den Eintritt in die Solukhumbu Region. Kosten: 2000 Nepalesische Rupien, umgerechnet 16 Euro. (Kursstand: 12.09.18)
  3. Wer in Jiri oder Shivalaya die Tour startet, braucht zusätzlich das Permit für die Gaurishankar Conservation Area, das man in Shivalaya an der Kontrollstation kaufen soll. Kosten: 2260 Nepalesische Rupien (inkl. Steuern), umgerechnet 18 Euro. (Kursstand: 12.09.18) 
Wir haben im Internet verschieden Berichte dazu gelesen und dabei hat sich herausgestellt, dass bis vor wenigen Jahren die Gaurishankar Conservation Area noch gar nicht durch dieses Gebiet verlaufen ist. Dann hat man scheinbar erkannt, dass sich hier noch zusätzlich Geld verdienen lässt. Das viele Trekker vielleicht aus diesem Grund erst Recht davor zurückschrecken, die Tour heute noch in Jiri zu starten und die lokalen Gästehäuser darunter leiden, scheinen die Zuständigen leider zu verkennen. Es handelt sich insgesamt auch nur um etwa sechs oder sieben Kilometer, für die man das Permit braucht. Nachdem wir dort unterwegs gewesen sind, ist unser Unverständnis noch größer geworden, denn dieses Stück Natur erweckt hier nicht den Eindruck, als ob man durch ein geschütztes Gebiet laufen würde. Wie im Text beschrieben, hatten wir das Glück unbemerkt an der Kontrollstation vorbeizukommen, hatten aber schon befürchtet, dass es zu einer Diskussion kommen würde. Wir wollten uns weigern zu bezahlen. Damit hatten auch andere Reisende bereits Erfolg, auf deren Blog wir darüber gelesen hatten. Wir haben auf der Tour dann auch einen Trekker kennengelernt, der die Hauptstraße in Shivalaya ganz vermieden hat und am Fluss entlang gelaufen ist.  Die Dame im Touristenbüro in Kathmandu hat uns das Permit für die Gaurishankar Conservation Area übrigens nicht verkauft, sondern mit einem Unterton darauf verwiesen, dass wir es vor Ort kaufen könn(t)en …

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