Tour auf den Sibayak Vulkan bei Berastagi und Fahrt nach Singkhil

Von Ketambe reisen wir nach Berastagi, um an Isis 30. Geburtstag den Vulkan Sibayak zu besteigen und in heißen Quellen zu baden. Die anschließende Weiterreise zu den Banyak Inseln gestaltet sich jedoch schwierig. 

Von Ketambe zu unserem nächsten Ziel Berastagi wollen wir mit öffentlichen Transportmitteln reisen. Auf der Hinfahrt hatten wir mit dem günstigen Preis für das private Taxi viel Glück, denn die sind eigentlich richtig teuer. Wir fragen im Gästehaus nach dem öffentlichen Bus und bekommen die Information, dass wir uns einfach an die Straße stellen sollen. Feste Fahrzeiten gibt es hier nicht und während der wir uns schon fragen, ob wir hier nicht am Ende zwei Stunden stehen, stoppt nach etwa 20 Minuten schon ein Pickup-Truck. Der Fahrer lässt uns mit den Rucksäcken auf der halboffenen Ladefläche Platz nehmen. Kurz darauf lädt er noch mehrere Säcke Zement ein. Außerdem steigen Schulkinder zu, die aber immer nur wenige Kilometer mitfahren. Und auch in der Fahrerkabine nimmt immer mal wieder jemand Platz. Wir verweilen von allen am längsten im Auto.

Nach circa einer Stunde kommen wir am Busbahnhof von Kutacane an. Schon während wir aussteigen reissen sich bereits zwei rivalisierende Parteien um uns. Beide bieten Busfahrten nach Berastagi an. Wir holen uns die Tickets für 80.000 Rupien pro Person und müssen noch eine halbe Stunde auf die Abfahrt warten. Solange lasse ich mir von einem rauchenden Lokal einige indonesische Wörter beibringen. Der Kleinbus, der uns schließlich mitnimmt hat nur zwei anstelle der üblichen drei Sitzreihen hinter dem Fahrer. Zu Beginn der Fahrt sind nur zwei weitere Indonesier mit an Bord. So haben wir richtig viel Platz und eine sehr  entspannte circa vierstündige Fahrt mit Essens- und Toilettenpausen.

Berastagi

In Berastagi lassen wir uns schon hundert Meter vor der Bushaltestelle absetzen. Ein anderer Reisender hat uns das Wilma Sibayak Guesthouse empfohlen. Die Zimmer machen jedoch einen ungepflegten und schmuddeligen Eindruck. Isis Begeisterung hier zu übernachten hält sich in Grenzen, da morgen ihr Geburtstag ist. Doch da es schon spät ist nehmen wir gezwungenermaßen ein Zimmer. Wir wollen am nächsten Tag auf den Vulkan Sibayak und heute noch etwas entspannen. Wir lassen uns aber noch ein sauberes Bettlaken geben und gehen dann in einem hippen indonesischen Restaurant essen. Dort bekommt Isi sogar ein extra für sie gekochtes vegetarisches Essen. Auch wenn es „nur“ Reis mit Gemüse und Ei ist, wohl eines der besten Essen, das sie in Sumatra hatte.

Wanderung auf den Vulkan Sibayak 

Isi hat Geburtstag. Trotzdem klingelt auch für sie der Wecker um viertel nach sechs. Das Wetter macht einen etwas trüben Eindruck und so haben wir es nicht zu eilig. Zum Sonnenaufgang auf den Vulkan zu steigen, hätte sich heute wohl eher nicht gelohnt. Damit reden wir uns zumindest den „späten“ Start schön. Um sieben gibt es Frühstück und dann fahren wir in einem der grünen Minibusse in Richtung Vulkan. Von der Endstation laufen wir die ersten Kilometer leicht ansteigend auf einer Asphaltstraße. Isi hätte lieber einen Naturpfad, aber immerhin ist kaum Verkehr und der Weg von tiefgrünem Dschungel gesäumt. Kurz vor dem Ende der Asphaltstraße erreichen wir den Checkpoint an dem wir den Eintrittspreis von 10.000 Indonesischen Rupien, circa 60 Euro Cent bezahlen. Gleichzeitig erreicht ein Bus mit einer Touristengruppe den Ort und wir sehen zu, dass wir Abstand zwischen uns bringen, was uns nicht allzu schwer fällt.

Hinter dem Kassenhäuschen führt der Anstieg noch durch ein paar Spitzkehren auf einer ausgewaschenen Asphaltstraße und dann tauchen wir auf einen sandigen Wanderweg in eine Rinne in den Dschungel ein. Es geht steil empor bis wir in ein kleines Hochtal kommen. Von dort ist schon die Spitze des Sibayak Vulkans zu sehen. Und auf der Bergflanke entdecken wir die ersten vulkanischen Aktivitäten. Der Druck des Vulkans entlädt sich in mehreren Luftgeysiren mit der Lautstärke eines Flugzeuges und den Geräuschen eines Staubsaugers. Die Luft riecht deutlich nach Schwefel. Wir schauen uns das Spektakel aus der Nähe an. Um eine gute Aussicht zu haben, besteigen wir dann noch den Vulkan über seine Flanke. Eine richtige Spitze gibt es nicht, aber von dem Plateau hat man eine tolle Rundumsicht. In der Ferne haben wir Sicht auf den Vulkan Sinabung, den wir auch schon am ersten Tag vom Auto aus gesehen hatten.

Nachdem wir eine ganze Weile auf dem Berg verbracht haben und die Landschaft genießen, machen wir uns an den Abstieg. Wir wählen einen alternativen Trail, von dem uns im Gästehaus abgeraten wurde. Wir verstehen schnell warum. Zuerst geht es auf losem Geröll bergab, dann ist der Weg stellenweise zugewuchert, so dass wir uns durch kleine grüne Tunnel zwängen müssen. Im unteren Teil ist stellenweise gar kein Trail mehr zu erkennen. Die meiste Zeit ist es außerdem ziemlich steil. Für uns ist der Weg zwar etwas anstrengend, aber kein Problem. So meistern wir den langen Abstieg und kommen auf diesem Weg direkt an den heißen Quellen heraus, für die wir Badesachen eingepackt haben. Es handelt sich um mehrere künstlich angelegte Schwimmbecken, die mit Quellwasser durchströmt werden.

Wir sind die einzigen Gäste und hängen im Wasser herum, bis die Haut schrumpelig wird. Und es fällt uns selbst dann schwer uns wieder aufzuraffen. Anschließend stellen wir uns an die kaum befahrene Straße. Doch schon nach wenigen Minuten kommt ein Mini-Mini-Bus und bringt uns zurück in die Stadt.

Sightseeing in Berastagi und eine komplizierte Weiterreise

Bevor wir Weiterreisen, wollen wir noch einen Tag in Berastagi verbringen. Wir müssen Flüge buchen. Denn wir haben entschieden ein verlängertes Stopover in Singapur zu machen, bevor wir nach Deutschland weiterfliegen, von wo aus es dann im September nach Chile gehen soll. Für den späten Abend buchen wir im Gästehaus eine Fahrt mit einem Minibus weiter nach Singkhil. Von dort wollen wir per Boot auf die Banyak Inseln reisen. Doch zuerst einmal schauen wir uns noch die Märkte und Souvenirläden in Berastagi an und bummeln durch den Ort. Beim Mittagessen frischt der Besitzer eines Restaurants an uns seine Deutschkenntnisse wieder auf. Er hat früher viele Jahre in Deutschland gelebt. Wir kaufen noch etwas Reiseproviant und kehren in die Unterkunft zurück.

Am Abend liegen wir müde auf den Betten und warten. Und warten. Und warten. Der Minibus kommt aus Medan und soll zwischen 10 und 11 Uhr an der Unterkunft ankommen. Um 11 hat sich noch nichts getan. Zum Glück haben wir das Zimmer noch bezahlt und können im Bett etwas dösen. Doch wir sind schon völlig übermüdet, als gegen halb eins die Mitarbeiterin der Unterkunft Bescheid gibt, dass der Bus da ist. Wir schultern das Gepäck und gehen in den Innenhof. Dort wartet eine Überraschung. Der vermeintliche Minibus ist ein großer Kombi, wie sie hier als Überland-Taxis verwendet werden. So weit, so gut. Aber als der Fahrer aussteigt und den Kofferraum öffnet, ist uns schon klar, dass das nichts wird. Letzterer ist bereits voll und im Auto können wir schon fünf andere Mitfahrer ausmachen und es sind nicht einmal zwei Plätze in der gleichen Reihe frei. Der Fahrer fängt an sinnlos das Gepäck im Kofferraum umzuschichten, was diesen jedoch nicht größer und das vorhandene Gepäck nicht weniger macht. Wir lassen unseren Unmut an der Mitarbeiterin aus. Offensichtlich gibt es hier ein Verständigungsproblem, denn sie redet immer noch von einem Minibus. Doch wir wissen ja, dass es tatsächlich Minibusse gibt und das hier ist eindeutig ein Taxi. Und mehr Platz bringt uns diese Tatsache auch nicht. Nach einem Hin und Her bekommen wir von ihr unser Geld wieder, lassen den scheinbar verärgerten Taxifahrer abziehen und kehren in das Zimmer zurück, wo wir frustriert und todmüde ins Bett fallen.

Fahrt nach Singkhil, dem Tor zu den Banyak Inseln

Am nächsten Morgen starten wir ausgeschlafen einen neuen Versuch aus Berastagi wegzukommen. Wir wollen die Fahrt nach Singkhil mit öffentlichen Bussen selber organisieren. In einer Reiseagentur schreibt uns eine nette Mitarbeiterin die Umsteigeorte auf. Sie empfiehlt uns aber eine Nachtfahrt mit dem Taxi bei ihr zu buchen, denn wir würden die Fahrt mit den öffentlichen Bussen vermutlich nicht an einem Tag schaffen. Doch wir lehnen dankend ab und sind erstmal optimistisch, schließlich wissen wir, dass sie mit uns ja auch lieber Geld verdienen würde. Um zehn Uhr stehen wir also mal wieder mit gepackten Rucksäcken auf der Straße und warten auf einen Bus. Wir wissen nur nicht so richtig auf welchen eigentlich. Aber zufälligerweise scheinen wir  an einer Art Haltestelle zu stehen. Ein netter Mann fragt nach unserem Ziel und hält nach einigen Minuten des Wartens den richtigen Bus für uns an. Anscheinend teilt er sich mit dem Fahrer dafür auch unseren bezahlten Fahrpreis. Unterwegs müssen wir zweimal Umsteigen und nicht wie ursprünglich gedacht dreimal. Überall helfen uns die Einheimischen den richtigen Bus zu erwischen. In einem Bus müssen wir uns laute Musik begleitet von einem dröhnenden Bass anhören, der einem das Gefühl gibt schnell unterwegs zu sein, doch tatsächlich beträgt der Durchschnitt 30 Km/h. Irgendwann entdecken wir in der Reihe vor uns ein Kleinkind und müssen an zu Hause denken, wo jede Helikoptermutter den jungen Busfahrer angeschrien hätte, die Musik auszumachen. Hier wachsen die Kinder damit auf und sind so still, dass man von ihnen nichts mitbekommt.

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Platz und Aussicht, eher die Ausnahme als die Regel.

Die Reise mit den Bussen war sicherlich angenehmer, als es die Fahrt in dem überfüllten Nachttaxi jemals hätte sein können. Um acht Uhr Abends kommen wir, wieder in einem Auto, in Singkhil an. Weil es schwierig ist sich in dem Ort zurechtzufinden, wir keine Ahnung haben, wo es Unterkünfte gibt und unserer Fahrer anscheinend gerade eh noch zu irgendjemandem muss, fahren wir erst einmal viel zu weit durch den Ort und müssen uns die ganze Strecke wieder zurückbringen lassen. Die Verständigung ist etwas schwierig, aber der Fahrer ist bemüht uns erst abzusetzen, wenn wir eine Unterkunft gefunden haben. Beim dritten Anlauf — in der ersten Unterkunft möchte man scheinbar kein Pärchen, die zweite ist ausgebucht — finden wir ein Hotel, dass uns ein winziges Kämmerlein mit zwei Einzelbetten zuweist, da wir nicht den Wucherpreis für ein „normales“ Zimmer bezahlen möchten.

Bad
Typisch Indonesische Dusche

 

Wir treffen dort auf eine französische Familie und sie machen mit unserem Fahrer aus, dass er uns am Morgen um sieben vor der Unterkunft abholt und zum Hafen bringt. Anschließend gehen wir in einem Restaurant Abendessen. Am nächsten Morgen stehen wir zusammen mit der Familie vor der Unterkunft, aber der Fahrer kommt nicht und geht auch nicht ans Telefon. Also starten wir den etwa zwei Kilometer langen Marsch zum Hafen. Mit den Rucksäcken und bei den hohen Temperaturen eine schweißtreibende Angelegenheit.

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