Mountainbiken in Pichidangui

Für unsere erste Tour in Chile und zu dritt haben wir uns auf dem neuen Kontinent gleich mal Trails der Chilenischen Enduro Nationalmeisterschaft bei Pichidangui herausgesucht.

Wie die Zeit vergeht. Wir müssen schon ganz schön schlucken, als uns bewusst wird, dass wir seit einem halben Jahr nicht mehr im Sattel saßen. Um das zu ändern, steuern wir auf der Rückfahrt von unserem Norte Chico Roadtrip noch einmal den Strand von Pichidangui an, wo wir vor drei Wochen für eine Nacht geschlafen hatten. Ich packe die Räder aus der Kiste und verschaffe mir einen Überblick über den Zustand. Der ist besser als gedacht. Es fehlen ein paar Tropfen Öl und das Rose braucht einen neuen Schlauch. Ursprünglich wollte ich erst am nächsten Tag starten, da es bereits vier Uhr nachmittags ist. Aber da die Bikes nun schon aufgebaut sind und Isi zu einer kleinen Runde drängt, starten wir doch noch die erste Tour zu dritt. Wir haben gemischte Gefühle Mr. Turtle zurückzulassen. Autoaufbrüche sind in Chile an der Tagesordnung. Doch es ist Nebensaison und in dem kleinen Ort herrscht eine friedliche Atmosphäre.

Erste Tour in Pichidangui

Vom Strand sind es vier Kilometer ins Landesinnere. Eigentlich schnell erledigt, aber es ist immer noch heiß und Mila kann es nicht so rollen lassen wie wir. Und so zieht sich die Anfahrt 45 Minuten lang. Doch nachdem wir die Asphaltstraße verlassen haben und die Auffahrt beginnen, ist das Tempo ebenbürtig. Wir treten auf einen kleinen Sattel mit knapp über 250 Höhenmetern hinauf, nicht ohne Mila immer wieder Wasserpausen anzubieten, damit sie nicht gleich den Spaß verliert.

Oben angekommen machen wir eine kurze Pause, bevor wir den Jeepweg verlassen und auf einem Trail noch das letzte Stück zum höchsten Punkt schieben. Von dort genießen wir die Aussicht auf die Küste.

Erste Abfahrt mit Hund

Ich fahre voraus, gefolgt von Isi, welche wiederum von Mila verfolgt wird. Irgendwie versteht Mila das Spiel mit den Trails aber noch nicht ganz. Sie versucht den Trail abzukürzen, verschwindet dabei zwischen den Büschen und so müssen wir sie erst wieder einsammeln. Der Trail ist richtig gut. Im ersten Teil geht es in engen Kehren bergab, dann folgt ein abwechselnd flowiger und gelegentlich technischer Trail bevor es wieder in Kehren weiter bergab geht.

Nach dieser ersten Aufwärmrunde ist es dann doch schon recht spät geworden. Um Mila die öden Kilometer auf der Asphaltstraße zu ersparen, erfinden wir kurzerhand den „Doggy Bag“ neu. Mila wird in meinen leergeräumten Rucksack verfrachtet und wir treten in 20 Minuten zurück zum Strand. Dort kommen wir mit den letzten Sonnenstrahlen an.

Zweite Tour in Pichidangui

Am nächsten Tag wollen wir natürlich gleich wieder los. Als wir unsere Rucksäcke schultern und die Fahrräder in die Hand nehmen, kriegt sich Mila vor Freude kaum ein und bellt sogar. Das kennen wir von ihr noch gar nicht. Wir hatten schon befürchtet, sie durch die Doggy-Bag-Aktion verschreckt zu haben. Offensichtlich nicht. Und so verfrachten wir sie an der Asphaltstraße gleich wieder in den Rucksack. Am Berg angekommen treten wir heute etwas höher. Wir wollen einen anderen Trail ausprobieren. Inzwischen hat sich die Sonne aus dem morgendlichen Nebel gekämpft und es wird heiß. Der „Nano“-Trail ist zwar ganz okay, kommt aber noch nicht an den des Vortages heran. Auch Mila schleppt sich eher träge durch die Gegend. So beschließen wir als Nächstes noch einmal den gestrigen Trail anzusteuern. Und der macht heute auch wieder richtig Laune. Sogar Mila blüht auf und rennt mit uns den Berg hinab.

Wir kämpfen uns noch ein letztes Mal über einen Uphill-Trail zum Sattel hinauf, um noch eine andere Option ausprobieren. Leider ist bei diesem Trail die erste Hälfte des Weges ordentlich von ausgetrockneten Motocross-Spurrillen durchzogen, was die Fahrfreude eher hemmt. Und in Deutschland heißt es, Mountainbiker würden Wege zerstören. Die zweite Hälfte der Abfahrt ist dann schon wieder flowiger und wir können es noch einmal laufen lassen, bevor wir den Rückweg antreten.

Fazit:

Erste Runde zu dritt mit leichten Anlaufschwierigkeiten, aber auf jeden Fall noch Potenzial vorhanden. Spaßige Trails und noch zig Optionen, die man Ausprobieren könnte. Wir haben die Trails aus der Trailforks-App verwendet. Unser Lieblings-Trail ist definitiv die Kombination aus „Calambre“ und „Lagunitas“.

Tourenbilanz:

Tag 1: 14 Kilometer, 300 Höhenmeter
Tag 2: 23 Kilometer, 750 Höhenmeter

Tourentage: 7. und 8. November 2018

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