Trekkingtour zum El Morado-Gletscher

Nach der Wanderung im Ingahuaz Tal haben wir wieder Lust auf Zelten bekommen. So machen wir uns erneut auf, um mit unseren Schweizer Freunden eine Nacht am El Morado Gletscher zu verbringen. Dort hatten wir dann eine besonders winterliche Überraschung im chilenischen Frühling.

Der Weg zum Gletscher und zurück ist eigentlich als Tagestour machbar. Allerdings nicht für uns. Das kleinere Problem ist, dass es sich hierbei, mal wieder, um das private Land einer Minengesellschaft gehört. Man bekommt aber die Erlaubnis bis zum Startpunkt der Wanderung zu fahren. Aber dafür ist ein Allrad-Fahrzeug notwendig. Und so parken wir die Busse bereits am Taleingang und machen uns, zusammen mit Rahel und Stephan zu Fuß auf den weiteren Weg.

Wie befürchtet, zieht sich dann das erste Stück auch ganz schön in die Länge. Immerhin können wir die Serpentinenstraße der Minen-LKW über einen direkteren Trail abkürzen. Trotzdem dauert es 1 ½ Stunden bis wir das Bergwerk hinter uns lassen und den „Trail-Einstieg“ erreichen. Dort machen wir auch die erste Pause und füllen das Trinkwasser wieder auf. Unterhalb der Mine wäre das vielleicht keine so gute Idee gewesen. Aber auch hier oben ist der Wasserfilter nötig, denn der Gletscherfluss bringt reichlich Sand mit.

Wir folgen weiter dem Trail. Dieser ist zwar für ein gutes Stück noch ein Jeep-Track, aber zumindest im Moment nicht befahrbar. Wir sind auf circa 2800 Meter und müssen bereits die ersten Schneefelder queren. Dabei haben wir immer wieder spektakuläre Aussichten auf die umliegende Bergwelt. Der Weg zieht sich und der Schnee wird mehr. Ich hatte zwar noch mit etwas Altschnee gerechnet aber nicht damit. Mila genießt Ihren offensichtlich ersten Kontakt mit Schnee überhaupt und dreht total durch. Ab 3000 Metern sind wir komplett in der Winterlandschaft angekommen und sind froh über unsere neuen noch wasserdichten Wanderstiefel.

Endlich erreichen wir den Fuß des Gletschers mit der dazugehörigen Lagune auf circa 3240 Metern. Es ist überraschend windstill und wir bauen die Zelte direkt an der Lagune auf. Da es inzwischen aber schon recht spät geworden ist, verkrümeln sich alle schon in die Schlafsäcke und nur noch die Köpfe schauen aus den Zelten. Ich bleibe noch draußen und kümmere mich um das kulinarische Wohl. Schneeschmelzen und Spaghetti mit Tomatensoße beschäftigt mich dann auch noch eine ganze Weile. Dabei genieße ich das schöne Abendrot gefolgt von dem traumhaften Aufgang des Vollmondes. Zum Essen servieren wir, den aus Gewichtsgründen vorab in eine Plastikflasche umgefüllten, chilenischen Rotwein.

Bis auf einige Windböen bleibt die Nacht recht ruhig. Allerdings haben wir Mila mit uns in die Schlafsäcke genommen (die sich zum Glück miteinander verbinden lassen). So ist es ist ein bisschen eng für Isi, die mehrmals in der Nacht mit Mila Positionen tauscht. Der Hund braucht unbedingt einen eigenen Schlafsack … So kommt es, dass ich einmal neben Isi und dann kurze Zeit später neben Mila wach werde. Am nächsten Morgen frühstücken wir und packen gemütlich zusammen. Kurz bevor wir startklar sind, frischt es auf. Der Wind wird stärker und es wird anstrengend die ganze Ausrüstung dabei wieder in die Rücksäcke zu bekommen.

Doch als auch das geschafft ist machen wir uns wieder an den Abstieg. Wesentlich schneller als auf dem Hinweg, erreichen wir wieder die Schneegrenze und den Jeeptrack. Dort machen wir noch eine Rast, bevor wir endgültig zu den Bussen zurückkehren.

Tourentag:        
21. bis 22. November 2018 (Chilenischer Frühling)

Tourenzusammenfassung:  
Tag 1:  6 h 15 min; 14 Kilometer; 1200 Höhenmeter
Tag 2:  4 h 15 min; 14 Kilometer; 300 Höhenmeter

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